Hoffen auf Regen in der Justizanstalt Wien-Josefstadt

11. August 2003, 19:37
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Insassen brüten im größten heimischen Gefängnis unter den Temperaturen - öfter duschen und Kühlschränke erlaubt

Wien - In der Justizanstalt Wien-Josefstadt, dem größten heimischen Gefängnis, stöhnen Insassen und das Wachpersonal gleichermaßen unter der aktuellen Hitzewelle. "Wir alle gieren nach Regen. Ich wünsche mir eine nachhaltige Abkühlung, die ja laut Wetterbericht am Donnerstag eintreten soll. Das wäre für uns schon eine tolle Sache", verriet Major Peter Prechtl am Montag im APA-Gespräch.

"Die Hitze spielt halt bei uns eine riesige Rolle zur Zeit", erläutert der Anstaltsleiter. Um den Häftlingen den Aufenthalt in den Zellen erträglicher zu gestalten, bleiben die in den Türen angebrachten Speiseklappen durchgehend geöffnet. "Das schafft wenigstens ein bisserl einen Luftzug", meint Prechtl.

Insassen dürfen öfter duschen

Die Insassen dürfen öfters als sonst üblich die Nassräume benützen, um sich kalt abzuduschen. Auch mit Genehmigungen für kleine Kühlschränke in den Hafträumen geht man großzügig um: "Die Leute dürfen sich von den Angehörigen ja auch Essen bringen lassen. Es kann nicht Sinn sein, dass das dann rasch verdirbt."

"Wir lassen im Innenhof auch mit Feuerwehrschläuchen den Boden und die Fassaden abspritzen, damit wir den Dunst rauskriegen", berichtet der Anstaltsleiter weiter. Dennoch stellt er bei der Belegschaft ein erhöhtes Aggressionspotenzial fest: "Speziell am Wochenende, wenn es keine Vorführungen und keine Besuche gibt, schlägt die Hitze vermehrt zu. Da brechen leicht die aufgestauten Aggressionen durch. Das Wachpersonal ist da sehr gefordert und muss gut in die Leute reinhören, damit die Stimmung nicht kippt." (APA)

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