European Homecare kündigt Klage gegen Caritas und SOS-Mitmensch an

11. August 2003, 18:22
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Privatfirma weist kreditschädigende Äußerungen der NGOs zurück

Traiskirchen - Im Zusammenhang mit der Massenschlägerei im Flüchtlingslager Traiskirchen wies European Homecare (EHC) am Montag Vorwürfe hinsichtlich Mängel in der Flüchtlingsbetreuung zurück. Die deutsche Privatfirma kündigte rechtliche Schritte insbesondere gegen die Caritas und SOS-Mitmensch an. Durch Rechtsanwältin Gabriele Herberstein würden Klagen wegen kreditschädigender Äußerungen vorbereitet.

Ermittlungen der Exekutive sollten abgewartet werden

In einer Aussendung kritisierte das Unternehmen vehement, dass Caritas-Präsident Franz Küberl und der Sprecher von SOS Mitmensch das bedauerliche Ereignis zum Anlass für Kredit schädigende Äußerungen in Printmedien genommen hätten, ohne die Ermittlungen der Exekutive abzuwarten. Die genannten Institutionen würden als moralische Instanz auch gegenüber dem Innenministerium auftreten und damit ihren Unmut verschleiern, als Mitbewerber bei der Vergabe der Betreuung nicht zum Zug gekommen zu sein.

Weiters wurde betont, die in Frage gestellten Qualitätsstandards von EHC seien nachvollzieh- und belegbar. Hingegen würden sich die Leistungen jener, die lediglich hypothetische Beschreibungen lieferten, jeglicher Nachprüfung entziehen. European Homecare weise den Vorwurf, hoffnungsvoll überfordert zu sein, schärfstens zurück.

Geschäftsführung "tief erschüttert"

Die Geschäftsführung von European Homecare zeigte sich "tief erschüttert" über den Tod des jungen tschetschenischen Flüchtlings. Die Firma, die seit Juli das Lager Traiskirchen sowie Standorte in Thalham, Reichenau und Bad Kreuzen betreut, sei in Deutschland seit 14 Jahren erfolgreich in diesem Bereich tätig. Die Zusammenarbeit mit den österreichischen Sicherheitsbehörden und dem Innenministerium gestalte sich gut.

Durch die Ausgliederung seien die Qualitätsstandards nachhaltig verbessert worden: In der Aussendung wurde auf eine 24 Stunden dauernde Betreuung durch Sozialarbeiter verwiesen. Darüber hinaus würden sich muttersprachliche Sozialarbeiter um die Anliegen der aus zahlreichen Nationen stammenden Menschen kümmern. Es gebe eine kindergartenähnliche Einrichtung sowie einen Info-Point, bei dem sich die Asylwerber über anstehende Fragen auch über Internet informieren könnten.(APA)

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