Kundus im Norden von Afghanistan

19. August 2003, 18:08
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Frankfurt/Main - Die deutsche Bundesregierung will möglicherweise bis zu 300 Bundeswehrsoldaten in der nordafghanischen Stadt Kundus stationieren. Von dieser Größenordnung sprachen SPD-Politiker am Montag, nachdem Verteidigungsminister Peter Struck die Prüfung eines Einsatzes in Kundus angekündigt hatte. Struck erklärte, die Bundesregierung werde noch im August über die Beteiligung an den so genannten regionalen Wiederaufbauteams außerhalb der Hauptstadt Kabul entscheiden.

Die Stadt rund 250 Kilometer nördlich von Kabul hat rund 115.000 Einwohner und ist ein Zentrum des Baumwollanbaus. Die Lage dort gilt als stabil. Kundus war die letzte Taliban-Bastion in Nordafghanistan, die im November 2001 von den alliierten Truppen erobert wurde. Mehr als 200 Kämpfer der Taliban und ihrer Verbündeten zogen sich aus der Stadt zurück und übergaben ihre Waffen. Nach dem Verlust von Kundus waren die Taliban nur noch in Kandahar kurzzeitig an der Macht. Derzeit arbeiten in Kundus nahe der Grenze zu Tadschikistan drei amerikanische Wiederaufbauteams. Sie bauen Schulen und graben Brunnen.(APA/AP)

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