Sudan: Humanitäre Katastrophe durch Hochwasser droht

13. August 2003, 19:31
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Dramatische Zunahme von Cholera und Malaria

Wien - Der Sudan wird derzeit von einer Hochwasser-Katastrophe heimgesucht. 500.000 Menschen sind von den Fluten betroffen, es droht die Ausbreitung von Malaria sowie durch Mangel an Trinkwasser von Cholera. Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) entsendet ein Schnelleinsatz-Team: Drei österreichische Wasseraufbereitungs-Spezialisten brechen am Dienstag in den Nordosten des Landes auf.

Seit Ende Juli halten die starken Regenfälle in der Provinz Kassala und im benachbarten Eritrea an. Die Wassermassen haben mehrere Flüsse über die Ufer treten lassen, die Schutzdämme um die 450.000 Einwohner zählende Stadt Kassala sind gebrochen. 50.000 Häuser wurden zerstört. Auch die Flüchtlingscamps, in denen etwa 80.000 interne Vertriebene und Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem benachbarten Eritrea Zuflucht gefunden hatten, sind bedroht. Die Wasserversorgung von Kassala ist zusammengebrochen, Tausende Menschen sind ohne Trinkwasser. Die Zahl der Cholerafälle ist sprunghaft angestiegen, von acht unter 1.000 Menschen auf 150 unter 1.000 Menschen.

Das dreiköpfige österreichische Team - die Wassertechniker Stefan Divjak aus der Steiermark, Gottfried Staufer aus Oberösterreich und Werner Meisinger aus Vorarlberg - wird die Flutopfer mit Trinkwasser versorgen und sanitäre Einrichtungen errichten. Sie bringen eine Trinkwasseraufbereitungsanlage in den Sudan, die pro Tag bis zu 500.000 Liter Wasser reinigt. Damit können 40.000 Menschen versorgt werden. Das ÖRK stellt für den Einsatz 100.000 Euro zur Verfügung. (APA)

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