Bahn im Güterverkehr unter den Top fünf in Europa

14. August 2003, 13:36
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Im Personenverkehr liegen die ÖBB abgeschlagen auf Platz neun - Der Grund: Der hohe Personalstand

Brüssel/Wien - Die ÖBB zählen derzeit zu den fünf größten Güterbahnen Europas. Im Wettbewerb mit anderen europäischen Bahnen werden die ÖBB aber kräftig abschlanken müssen, um im liberalisierten Schienengüterverkehrsmarkt mithalten zu können.

Während die ÖBB rund 47.000 Mitarbeiter (Stand Ende 2002) beschäftigen, sind es bei der Schweizer Bahn (SBB) gut 29.000 und bei der niederländischen Bahn mit knapp 21.000 weniger als halb so viele. Insgesamt liegen die ÖBB gemessen an ihrem Personalstand im Europavergleich auf Platz neun, geht aus dem Jahresbericht 2002/03 der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen hervor.

SBB-Vergleich nicht fair

Um im Rennen mit den anderen Bahnen mithalten zu können, wollen die ÖBB bis 2010 rund 12.000 Mitarbeiter abbauen. Den Vergleich mit SBB und der niederländischen Bahn lassen die ÖBB nur eingeschränkt zu. Das SBB-Schienennetz sei nur halb so groß wie das der ÖBB. Auch sei der SBB-Personalaufwand trotz niedriger Mitarbeiterzahl mit 2,3 Mrd. Euro um 164 Mio. Euro höher gewesen als jener der ÖBB. Zudem würden in der Schweiz mit 54,9 Mio. Tonnen und in den Niederlanden mit 24,5 Mio. t deutlich weniger Güter auf der Schiene transportiert als in Österreich (87,2 Mio. t). Betrachtet man die beförderte Tonnage auf der Schiene je Einwohner, waren die ÖBB mit 10,7 t pro Kopf sogar die führende Staatsbahn Europas.

Weniger rosig sieht es im Personenverkehr aus. Hier liegen die ÖBB mit 340 Mio. Passagieren im Europavergleich nur auf Platz neun. (APA, stro/DER STANDARD Print-Ausgabe, 12.8.2003)

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