Versicherungen leiden unter Dürre

13. August 2003, 19:50
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Auch Hagel-und Frostschäden lassen Schadensmeldugen in die Höhe schießen - "Prämienkorrektur nicht ausgeschlossen"

Wien - Infolge von Hagel, Dürre und Frost sind den Bauern in Österreich bereits Schäden in Höhe von mindestens 50 Mio. Euro entstanden - die Verluste auf Grund der Trockenheit im Grünland noch gar nicht berücksichtigt. Die Anzahl der Schäden hat um rund ein Viertel auf 20.000 Meldungen bis dato zugenommen. Diese Zwischenbilanz zog am Montag der Vorstand der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, bei einer Pressekonferenz in Wien. Zwei Drittel dieser Schäden sind durch die Hagelversicherung gedeckt.

"Wenn der Trend sich fortsetzt und die Rekordhitze anhält, wird sich die Entwicklung bei den Schäden noch stark erhöhen", betonte Weinberger, der heuer erneut damit rechnet, dass die "Ausgaben die Einnahmen bei der Hagelversicherung übersteigen" und - wie im Vorjahr - ein negatives Geschäftsergebnis eingefahren wird. Sollte sich herausstellen - wie Klimaforscher vorhersagen, dass in Zukunft auf Grund der Erderwärmung vermehrt Wetterextreme auftreten, werde auch eine "Risikobewertung" nötig sein. Für die Zukunft könne daher "eine gewisse "Prämienkorrektur nicht ausgeschlossen" werden.

Ein Drittel Dürre, zwei Drittel Hagel

Ein Drittel der heurigen Schadensmeldungen gehe auf Dürre zurück, zwei Drittel auf Hagel, erläuterte Weinberger. Die Anzahl der Schäden bei Dürre liege um 30 Prozent über dem Wert des Vorjahres, hieß es. Betroffen sei vor allem der Osten Österreichs, wo es vieler Orts nur die halbe Niederschlagsmenge im Vergleich zum Durchschnittswert gegeben habe. Die durchschnittliche Schadenshöhe je Meldung liege bei 2.000 Euro und damit gleich hoch wie im Vorjahr.

Österreichs Bauern seien sich der Auswirkungen der Wetterkapriolen bewusst und nehmen immer stärker das Angebot der Hagelversicherung, das mittlerweile weit über Hagel hinausgeht und zehn weitere Risiken versichert, in Anspruch, so Weinberger: "80 Prozent des Ertrages in der Landwirtschaft hängen vom Wetter ab", erläuterte der Vorstand der Hagelversicherung.

2003 sei demnach es zu einem Flächenzuwachs von 5 Prozent gekommen, womit mehr als 1 Mio. ha Land in Österreich versichert seien. 80 Prozent der Ackerfläche sind den Angaben zufolge hagelversichert, 50 Prozent mehrgefahrenversichert. Neben der spanischen Hagelversicherung biete die Österreichische Hagelversicherung die meisten Produkte in diesem Bereich an. (APA)

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