Internet-Provider wehren sich gegen RIAA-Forderungen

19. August 2003, 10:03
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NetCoalition schickt offenen Brief an US-Musikindustrie

NetCoalition, eine Vereinigung von über 100 Internet-Service-Providern, stellt sich nun auch gegen die harten Maßnahmen der US-Musikindustrie RIAA. Das berichtet die New York Times am Montag. Mit dem Argument, dass die RIAA ihre Mitglieder dazu zwingt, als "Internetpolizei" zu fungieren, plant NetCoalition, der Musiklobby am Montag einen offenen Brief zukommen zu lassen. Dieser Brief stellt eine Reihe pointierter Fragen über die Pläne der RIAA, User zu verfolgen, die des illegalen Austauschs von Musik-Files verdächtigt werden. Die Gruppe umfasst unter anderem Internet-Service-Provider in Virginia, Washington und Wyoming, sowie verschiedene Unternehmen, darunter Bway.net in New York.

"Viele verständliche Befürchtungen"

"Es gibt viele verständliche Befürchtungen in der Internet-Community, dass der echte Zweck dieser legalen Maßnahmen der ist, das im Gericht zu erreichen, was die Musikindustrie nicht im Kongress erreichen konnte - nämlich Internet-Unternehmen gesetzlich für das Fehlverhalten der User verantwortlich zu machen", so der Brief von NetCoalition. Die Musikindustrie ist dagegen der Meinung, dass die Internet-Service-Provider sich gegen die Vorladungen stellen, weil das File-Sharing Kunden bringt. "Wir bitten sie nicht, für uns eine Internetpolizei zu werden", so Matt Oppenheim, Anwalt der RIAA. "Wir wollen nur, dass sie dem Gesetz nachkommen. Wenn sie kontrollieren würden, hätten wir das Problem nicht", so Oppenheim weiter.

Klagen von Verizon und SBC

Die Internet-Provider Verizon und SBC Communications haben bereits Klagen gegen die Forderungen der RIAA eingereicht, wonach sie Daten von P2P-Nutzern preisgeben sollen. Die beiden Unternehmen argumentierten, dass die entsendeten Vorladungen verfassungswidrig sind, weil sie die Prozessrechte der Kunden verletzen. Der Brief von NetCoalition fokussiert dagegen auf die Details, wie die RIAA ihre Ziele verfolgt. NetCoalition verlangt ein Treffen mit der Musikindustrie, um darüber zu diskutieren, wie RIAA die Richtigkeit der Vorladungen sichert, nach welchen Kriterien User ausgewählt werden und wie hoch die Kosten der Verfolgung sein werden. "Es muss eine bessere Antwort als den Rechtsstreit geben", so der Brief.

Die Anfragen der US-Universitäten Boston College und Massachusetts Institute of Technology wurden am vergangenen Freitag richterlich bewilligt (der WebStandard berichtete). Die beiden Universitäten wehrten sich gegen die Vorladungen, weil diese in einem Washingtoner Gericht verfasst wurden.(pte)

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