Schwarzeneggers Polit-Positionen: "Ich bin ein friedliebender Mensch"

18. August 2003, 10:36
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Für Waffenkontrolle - Zu Homosexualität: "Was jemand so macht ist mir s.....egal" - Kritik an seinen Positionen zur Ausländerpolitik

Washington/Los Angeles - Arnold Schwarzenegger kennt in Kalifornien wohl jedes Kind, die politischen Positionen des Filmstars sind vielen jedoch ein Rätsel. Seit der als "gemäßigter Republikaner" geltende Austro-Amerikaner am vergangenen Mittwoch seine Kandidatur zum kalifornischen Gouverneur erklärt hat, versuchen die US-Medien den Steirer ins Spektrum der amerikanischen Parteipolitik einzuordnen. In der Steuerpolitik ein Konservativer, in gesellschaftlichen Fragen eindeutig liberal - so wird Schwarzenegger sogar schon als "mitfühlender Liberaler" bezeichnet, in Anspielung an den "mitfühlenden Konservativen" US-Präsident George W. Bush.

Heftige Kritik an Haltung gegenüber Einwanderern

Arnold Schwarzenegger ist indessen wegen seiner Haltung gegenüber Einwanderern ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Der Schauspieler habe 1994 einen Gesetzesvorschlag unterstützt, nach dem illegal Eingewanderten der Zugang zu öffentlichen Bildungseinrichtungen sowie zur Gesundheitsversorgung entzogen werden sollte, sagte der Vorsitzende der Demokratischen Partei in Kalifornien, Art Torres, am Sonntag. Er habe sich damit "mit aller Schärfe gegen Einwanderer und Latinos" gewandt.

Schwarzeneggers Wahlkampfleiter George Gorton bestätigte, dass der "Terminator"-Darsteller vor neun Jahren für das entsprechende Gesetz gestimmt habe. Dies bedeute jedoch nicht, dass er ausländerfeindlich sei. "Er hat viel Mitgefühl für Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben hierher kommen, ob legal oder illegal", sagte Gorton. "Aber er ist definitiv der Meinung, dass sie besser legal hierher kommen sollten."

Der Gesetzesvorschlag war 1994 zwar zunächst mit großer Mehrheit verabschiedet, jedoch später für verfassungswidrig befunden worden. Er gilt in Kreisen kalifornischer Einwanderer jedoch nach wie vor als wichtiges Signal für die Haltung von Politikern gegenüber Ausländern.

Im folgenden einige Zitate des Neo-Politikers Schwarzenegger, die der "San Francisco Chronicle" aus zahlreichen Quellen zusammengetragen hat:

Zu Steuern: "Ich glaube nach wie vor an Steuersenkungen - und an die Kraft des freien Marktes. Ich trete für eine Kontrolle der Staatsausgaben ein. Schlechte staatliche Programme müssen eingestellt werden."

Zu Homosexualität: "Ich habe keine sexuellen Standards im Kopf, die mir sagen: das ist gut oder das sei schlecht. Ein 'Homosexueller' - das heißt für mich nur, dass er es gerne mit einem Mann tut, während ich es gerne mit einer Frau tue. Für mich ist das alles gleichermaßen legitim". ... "Wenn es um Sex geht, da ist es mir s.....egal, was jemand so macht."

Zu Waffenbesitz-Kontrolle: "Ich laufe nicht jeden Tag herum mit einem Gewehr in der Hand. Daher sollen die Kinder den Unterschied verstehen: Das eine ist die Fantasie, wie in den Filmen. Aber im wirklichen Leben bin ich für Waffenkontrolle. Ich bin ein friedliebender Mensch".

Zur Rolle des Staates: "Ich komme aus Österreich, einem sozialistischen Land. Dort kann man schon 18-Jährige über ihre Pension reden hören ... Individualismus ist mit Sozialismus unvereinbar. Ich hatte das Gefühl, ich musste nach Amerika kommen, wo dir die Regierung nicht immer über die Schulter schaut und für dich alles entscheidet."

Zum Klonen: "Derzeit wird dies unter dem Blickpunkt der Religion diskutiert. Ich verstehe das, es gibt immer einige religiös fanatische Leute, die sich beim Gedanken daran nicht wohl fühlen. Aber ich halte das für einen Fehler."

Zur Umweltpolitik: "Ich werde für die Erhaltung der Umwelt kämpfen. Keine Sorge."(APA)

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