Mädchen wachsen öfter ohne Vater auf

25. August 2003, 16:48
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Amerikanische Untersuchung fand heraus, dass alleinerziehende Mütter mit Söhnen eher wieder heiraten

Hamburg/Seattle - Ledige Mütter finden laut einer US-Studie leichter einen Ehemann, wenn ihr Kind ein Sohn ist. So heiraten Mütter von Söhnen im Schnitt zehn Prozent häufiger als Mütter von Töchtern, fanden die Wissenschafterinnen Shelly Lundberg und Elaina Rose an der Universität von Washington in Seattle heraus. Gehe es um eine Heirat mit dem leiblichen Vater des Kindes, seien Frauen mit einem Sohn sogar mit rund 40 Prozent im Vorteil, berichtet die deutsche Fachzeitschrift "Psychologie heute" in ihrer Septemberausgabe über die Untersuchung.

Über die Gründe konnten die Forscherinnen nur spekulieren. Möglicherweise würden sich etwa Väter mit Söhnen eher identifizieren und gerne eigene Interessen an sie weitergeben. Auch suchten die Mütter eher nach einem männlichen Vorbild für ihren Sohn. Andererseits empfänden Frauen ihre Töchter vielleicht eher als Vertraute und Freundin, was das Verlangen nach einem Ehemann reduziere. Die Konsequenz sei, dass mehr Mädchen als Buben in vaterlosen Familien aufwüchsen.

Untersucht wurde die Familiensituation von 600 Kindern, die zwischen 1985 und 1993 von allein stehenden Müttern geboren wurden. Die Originalstudie ist im Fachblatt "Demography" erschienen. (APA/dpa)

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