Mehr Job, weniger Familie

11. August 2003, 12:02
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AK-Frauenredaktion kritisiert Erweiterung der Ladenöffnungszeiten: "Auf Kosten der Frauen"

Linz - Die AK-Frauenredaktion befürchtet, dass aufgrund der erweiterten Ladenöffnungszeiten die überwiegend weiblichen Handelsangestellten "auf der Strecke bleiben". Das teilte die AK am Montag in einer Aussendung mit.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch schwieriger

Im Handel sind rund 70 Prozent der Beschäftigten weiblich, im Verkauf sogar rund 80 Prozent. Das neue Öffnungszeitengesetz, das nun in Kraft getreten ist, wird für diese Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch schwieriger machen.

Zwar halten Oberösterreich und einige andere Bundesländer in ihren zum Gesetz erlassenen Verordnungen vorerst an den alten Öffnungszeiten fest. Doch bleibt abzuwarten, ob diese Regelung bis nach den jeweiligen Landtagwahlen hält.

Kein Beschäftigungszuwachs zu erwarten

Nennenswerte Effekte auf das Beschäftigungsausmaß sind dadurch nicht zu erwarten, wie Untersuchungen nach der Liberalisierung Mitte der 90er-Jahre in Österreich und Deutschland belegen. Vielmehr hat der Anteil an nicht existenzsichernden Teilzeitjobs und geringfügiger Beschäftigung im Handel in den letzten Jahren massiv zugenommen, diese Tendenz dürfte sich fortsetzen. Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen droht dadurch noch größer zu werden, so die AK-Redaktion. Schwieriger wird für die betroffenen Frauen auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Denn selbst wenn die Forderungen nach längeren Öffnungszeiten bei den Kinderbetreuungseinrichtungen nicht verhallen sollten, bleibt die Frage danach, was Kindern eigentlich zumutbar ist. Eine Frau, die beispielsweise bis 21 Uhr Dienst hat, müsste ihr Kind dann um 21.30 Uhr im Kindergarten aufwecken, heimbringen und dort wieder schlafen legen. Für die Frauenredaktion eine unannehmbare Konsequenz: "Die biologischen Bedürfnisse von Kindern sind gewichtiger als die wirtschaftlichen Interessen der großen Handelsketten". (red)

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