US-Starjournalist Walter Cronkite von Stadt Wien ausgezeichnet

3. Jänner 2000, 13:47
Wien - In Würdigung "seiner bedeutenden Leistungen" ist der prominente US-Journalist Walter Cronkite (83) am Montag im Roten Salon des Wiener Rathauses von Wiens Kulturstadtrat Peter Marboe mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet worden. Cronkite präsentiert seit 1983 das Neujahrskonzert aus dem Wiener Musikverein für den US-Fernsehsender PBS. An der Ehrung nahmen neben Cronkite und seiner Ehefrau Betsy auch die amerikanische Botschafterin in Österreich, Kathryn Hall, teil.

"Wir ehren einen Mann mit Prinzipien", erklärte Marboe, hob Cronkites Bedeutung als Journalist hervor und betonte die Verdienste, die sich Cronkite mit der alljährlichen Neujahrskonzert-Moderation um Österreich und um Wien erworben habe. Der Starjournalist, der als "Vater aller Anchormen" gilt, habe "neue journalistische Standards" eingeführt und sei eine Verfechter des Qualitätsjournalismus. Was er für Österreich getan habe, verdiene "mehr als eine offizielle Ehrung", sagte der Kulturstadtrat und bedankte sich bei Cronkite für die Ehre, ihn ehren zu dürfen. "We love you and that's simply the way it is", schloss Marboe in Anspielung auf Cronkites berühmte Worte "That's the way it is...", mit denen er sich jahrelang von seinen Sehern verabschiedet hatte.

Die Neujahrskonzert-Sendung habe ihm die Möglichkeit gegeben, den Menschen in den USA über die Kunst und Kultur Österreichs zu erzählen, sagte Cronkite in seiner kurzen Dankesrede. "Was Österreich und Wien der Welt zu bieten haben, ist großartig. Ich liebe dieses Land."

Cronkite, der 1995 mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet wurde, ist einer der bekanntesten Fernsehjournalisten der USA. Von 1963 bis 1981 moderierte er die Hauptnachrichtensendung von CBS und erwarb sich den Ruf als Mann, dem die Amerikaner "am meisten vertrauten". Von ihm erfuhren viele Amerikaner am 22. November 1963 vom Attentat auf Präsident John F. Kennedy. Seine öffentliche Kritik an der US-Intervention in Vietnam soll Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson zu der Aussage veranlasst haben, wenn Cronkite nicht mehr hinter ihm stehe, habe er auch "bald das amerikanische Volk verloren". (APA)

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