Wer kauft bei einem Spammer?

20. August 2003, 08:57
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Sicherheitslücke bei einem Anbieter von Penisverlängerungs-Pillen offenbarte wer bestellt und warum Spam ein gutes Geschäft ist

Ein interessanter Artikel zum Thema Spam findet sich beim US-Magazin Wired. Laut diesem Bericht offenbart eine Sicherheitslücke auf der Site eines Spammers wie die Geschäfte ablaufen und welche Leute bei einem Spammer auf Einkaufstour gehen - bekanntes Detail am Rande - der Spammer bietet Pillen zur Penisvergrößerung an.

Nutzlose Pillen und gute Geschäfte

Die Sicherheitslücke auf einer der Webseiten des Spam-Unternehmens (Goringly.biz) bot Interessierten die Möglichkeit nach Herzenslust nachzuforschen wer, wie viel, wann und mit welcher Verrechnungsmethode die Penisverlängerungs-Pillen bestellt hatte. Innerhalb von vier Wochen gingen auf der Webseite rund 6.000 Bestellungen für diese Pillen ein. Ein Päckchen zum Preis von 50 Dollar. In den meisten Fällen bestellten die Kunden gleich zwei oder mehr Päckchen. Der Einkaufspreis für derartige "Medikamente" liegt laut Wired bei rund 5 Dollar pro Päckchen. Über die Wirksamkeit solcher Präperate gibt es keinerlei fundierte Angaben. Vor einiger Zeit hatte ein Journalist des "Fairfield County Weekly" einen Selbstversuch gestartet und seine Ergebnisse im Internet veröffentlicht. Dort finden sich die Einträge: "Tag Eins: Keine Veränderung. Tag Zwei: Keine Veränderung. Tag Drei: Keine Veränderung Tag Vier bis 30: Siehe oben".

Alle Bildungs- und Einkommensschichten

Durch die Sicherheitslücke auf der Webseite des Spammers konnten Kunden ausgeforscht werden. Die Erkenntnisse lauten, laut Wired, dass quer durch alle Bildungs-, Alters- und Einkommensschichten bei dem Spammer bestellt wurde. Dass sich weder eine Kontaktadresse noch eine Telefonnummer auf der Spamseite fand und keinerlei Sicherheitsmassnahmen beim Bestellformular zu finden waren, hat keinen der Kunden abgeschreckt. Durch die Sicherheitslücke wurden deren Daten nun kurzfrisitg einsichtig. Vom Arbeiter, über Ärzte und Hausfrauen reichte die Palette der Kunden des Spammers. Für den Spammer ein einträgliches Geschäft. So konnte dieser es sich auch leisten an Partner des Unternehmens, die ebenfalls mit Spam-Mails für die Pillchen werben, 10 Dollar Provision pro Packung zu zahlen.(red)

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Wired

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