Zahlungsbereitschaft für Paid Content wächst

18. August 2003, 11:21
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Klassische Bezahlverfahren beliebter als Micropayment-Systeme

Die Zahlungsbereitschaft für Paid Content ist vergleichbar hoch wie die für Paid Services, diese scheinen bei den Usern Wegbereiter für Paid Content zu sein. Dies ergibt eine Studie über die Preissetzung von kostenpflichtigen Web-Inhalten, die vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), von der Management- und Technologieberatung Sapient und dem Seminar für Empirische Forschung und Unternehmensplanung (EFOplan) der Universität München durchgeführt wurde. Demnach haben 39,6 Prozent der befragten Nutzer kostenpflichtiger Angebote schon einmal für SMS-Versand bezahlt. Handy-Downloads wurden von 28,7 Prozent der Befragten gezahlt. Als Paid Content Formate werden Spiele (24,2 Prozent) und Testberichte (20,6 Prozent) ähnlich oft eingekauft. Bei den meisten Paid Content Angeboten ist die Zahlungserfahrung aber noch relativ gering (zehn Prozent und darunter).

Breitband-Content wie Musik, Videos und Spiele

Die Akzeptanz von Paid Content ist bei Nutzern kostenfreier Angebote nur unwesentlich geringer als bei Nutzern kostenpflichtiger Angebote. Insgesamt wären die Nutzer bereit, besonders für Breitband-Content wie Musik, Videos und Spiele zu zahlen. Nutzer sind der Studie zufolge bereit, für Pay-per-Use-Angebote mit publizistischen Inhalten Preise von durchschnittlich 0,29 Euro zu zahlen, bei reinen Nachrichten sogar bis zu 1,0 Euro. Für andere Inhalte wie Wetterinformation, Comedy und Entertainment oder Reiseinformationen würden User durchschnittlich 0,61 Euro zahlen. Für Abonnements von publizistischen Inhalten sind Nutzer bereit, Preise von durchschnittlich 1,11 Euro monatlich zu zahlen, für reine Nachrichten bis zu vier Euro je Monat.

Zahlungsbereitschaft von Zufriedenheit abhängig

Die Studie ergab weiters, dass die Zahlungsbereitschaft der Nutzer erheblich von ihrer Zufriedenheit mit dem Angebot abhängig ist. Im Durchschnitt ist die Zahlungsbereitschaft deckungsgleich mit der Preissetzung der Content-Anbieter. Bei der Bezahlung überwiegt die Nutzung klassischer Bezahlverfahren gegenüber neuer Micropayment-Systeme wie T-Pay oder Firstgate. Traditionelle Payment-Verfahren wie Rechnung, Lastschrift oder Kreditkarte sind allgemein bekannt und akzeptiert, ihre Handhabung ermöglicht dem Nutzer eine problemlose Art der Bezahlung, ohne neue Technologien verstehen zu müssen.

Für die Studie wurden 14.973 Nutzer und zwölf Content-Anbieter mit 32 Websites befragt.(pte)

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