Erneuter Vermittlungsversuch im Drama um die Sahara-Geiseln

13. August 2003, 08:51
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Tuareg-Führer als Gesandeter auf dem Weg zu den Entführern

Bamako - Im monatelangen Drama um die Sahara-Geiseln gibt es nach Berichten aus Mali einen erneuten Vermittlungsversuch des malischen Unterhändlers Iyad Ag Agaly. Der Tuareg-Stammesführer habe sich nach Gesprächen mit deutschen und malischen Behördenvertretern auf den Weg zu den Entführern gemacht, berichtet am Montag die Zeitung "E'I Independant" in Malis Hauptstadt Bamako. Bereits am Freitag sei er in Begleitung eines Tuareg-Vertrauten in den Norden des westafrikanischen Landes geflogen. Dort befinden sich die 14 europäischen Geiseln und ihre radikal-islamischen Entführer im unwegsamen Grenzgebiet zu Algerien.

Agaly gehört als einflussreicher Vermittler einem Verhandlungsteam unter Leitung eines Provinzgouverneurs an. Angesichts der schwierigen geographischen Verhältnisse wird Agaly nach Angaben aus diplomatischen Kreisen aus Bamako frühestens Mitte der Woche zurückerwartet.

In Malis Hauptstadt verstärkten Deutsche und Schweizer nach Informationen der Zeitung ihren Krisenstab durch die Ankunft mehrerer Sicherheitsbeamter. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, dass nun auch der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) in Mali operativ tätig werden dürfe. Der Krisenstab unterstützt und koordiniert Bemühungen um eine Beilegung des monatelangen Geiseldramas, dass im algerischen Teil der Sahara-Wüste begonnen hatte. 17 der zunächst 32 verschleppten europäischen Touristen waren bereits im Mai in Algerien befreit worden. Eine Geisel - die Ausburgerin Michaela Spitzer - starb Ende Juli an einem Hitzschlag in der Wüste. Bei den restlichen 14 Europäern, die noch in der Gewalt der Geiselnehmer sind, handelt es sich um neun Deutsche, vier Schweizer und einen Niederländer. (APA/dpa)

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