Schwarzenegger: "Vom Sozialismus in Österreich" enttäuscht

18. August 2003, 10:36
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"Riesiges Interesse, anderen Leuten zu helfen"

Washington/Los Angeles - Das Leben von Arnold Schwarzenegger wurde Sonntag Abend (Ortszeit) in Rückblenden aus mehreren Interviews mit CNN-Star-Interviewer Larry King ein bisschen näher beleuchtet. Seine politischen Ambitionen machte der heute 56-jährige Filmstar und Kandidat für das kalifornische Gouverneursamt schon in einem Gespräch im November 1999 klar. Über einen Wechsel in die Politik habe er bereits ein paar Mal nachgedacht, sagte Schwarzenegger damals. "Ich habe ein riesiges Interesse, anderen Leuten zu helfen".

"War vom Sozialismus in Österreich enttäuscht"

In einem Interview vom März 1990 erläuterte Schwarzenegger, warum er sich nach der Auswanderung aus Österreich 1968 in Amerika den Republikanern und nicht den Demokraten angeschlossen habe. "Ich bin konservativ", betonte er. "Ich habe in Österreich Sozialismus erlebt, und ich habe gesehen dass es nicht funktioniert". Allerdings gehe es ihm nicht immer nur um die Parteilinie: "Wenn jemand gut ist, werde ich ihn unterstützen". Schwarzenegger ist ein gemäßigter Republikaner, der in Wirtschafts- und Steuerpolitik konservative und in der Gesellschaftspolitik moderate Positionen vertritt.

Zum Aufbau seiner Bodybuilder-Figur habe er früher auch Stereoide genommen, bekannte er ein. Damals habe man zum Muskel-Wachstum für die Karriere alles mögliche probiert. Erst in den 70-er Jahren seien wissenschaftliche Erkenntnisse über die schädlichen Nebenwirkungen publiziert worden. Jetzt predige er allen, dass Fitness nur mit regelmäßigem Training und viel Disziplin zu erreichen sei, aber nicht durch Medikamente oder Doping. Heute sei seine Botschaft "No drugs", unterstrich Schwarzenegger.

Der Steirer ist selber von seinem Vater schon in früher Kindheit zum Sport gebracht worden. Mit seinem (bereits verstorbenen) Bruder musste er sogar vor dem Frühstück täglich Fitness-Übungen machen: Mit Kniebeugen und Liegestützen mussten sie sich das Frühstück "verdienen", schilderte Schwarzenegger. Seinen späteren Job als Fitness-Beauftrager der amerikanischen Nation habe er dem ehemaligen US-Präsident George Bush, Vater des jetzigen Präsidenten, zu verdanken.

Seinen österreichischen Namen, der für die meisten Amerikaner schwer auszusprechen ist, habe er nie ändern wollen. "Niemand konnte das hier aussprechen, und viele haben mich aufgefordert den Namen zu ändern". Doch er habe dem Druck nicht nachgegeben. Dieser Name sei ihm gegeben worden, und irgendwie sein besonderes Markenzeichen in Amerika geworden" auch wenn er manchmal spöttisch "Schwarzenschnitzel" genannt worden sei.

Ohne den Schritt nach Amerika wäre sein erfolgreiches Leben nicht möglich gewesen. Zwischen seiner Familie und seiner Karriere habe er eine gute Balance gefunden, betonte Schwarzenegger. "Ich bin ein sehr glücklicher Mann und danke Gott jeden Tag dafür". Schwarzenegger hat mit Maria Shriver aus der Kennedy-Familie vier Kinder. Die Vaterschaft sei für ihn eine der besten Erfahrungen gewesen, freute er sich über diese neue "Rolle", einmal habe ihn Maria beim Windelwechseln seiner ersten Tochter sogar gefilmt. Auch seine Bereitschaft, immer noch weiterzustreben und sich nicht auf Erfolgen auszuruhen, machte der Steirer mit Ambitionen klar: "Ich liebe große Herausforderungen". (APA)

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