Israel: Einsatz der Luftwaffe im Libanon ein "Warnsignal"

12. August 2003, 15:59
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Israel droht Syrien wegen Hisbollah-Angriffen - "Kein Interesse an einer weiteren Eskalation" - Mit Infografik

Shlomi/Jerusalem - Nach dem Granaten-Beschuss der nordisraelischen Ortschaft Shlomi hat die israelische Luftwaffe Flugabwehrstellungen der im Südlibanon agierenden Hisbollah-Freischärler angegriffen. Zudem Durchbrachen israelische Kampfflugzeuge über Beirut die Schallmauer, wie Augenzeugen am Sonntag berichteten. Die israelische Armee sprach von einem "Warnsignal".

Israel droht Syrien

Israel hat seinem Nachbarn Syrien Unterstützung der Gruppe vorgeworfen und ihm mit Militäraktionen gedroht. Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Seew Boim sagte am Montag im Rundfunk: "Syrien ist definitiv die Nabelschnur, über die sich die Hisbollah ernährt." Wenn es eine Eskalation von deren Seite gebe, werde es eine klare militärische Antwort Israels geben, und diese würde sich unvermeidlich gegen syrische Ziele richten. Er hoffe aber, dass diplomatischer Druck ebenso erfolgreich sei.

Gezielte Flugabwehr-Granaten auf Schlomi

Bei dem Beschuss von Schlomi waren zuvor ein 16-jähriger Israeli getötet und vier weitere verwundet worden. In israelischen Militärkreisen hieß es, die Hisbollah habe am Sonntag gezielt Flugabwehr-Granaten auf Schlomi abgefeuert. Die Erklärung der Hisbollah, es sei auf überfliegende israelische Maschinen geschossen worden, sei eine Schutzbehauptung.

Ein israelischer Regierungssprecher sagte dem Fernsehsender CNN, Israel habe kein Interesse an einer Eskalation. Aber auf den Beschuss hin habe es eine gezielte Antwort gegeben.

Der Sender der Hisbollah in Beirut berichtete, israelische Kampfflugzeuge hätten Luftangriffe auf das Dorf Tair Harfa und auf die nahe gelegene Region Tellat el Charba geflogen. Israel erklärte, es sei gezielt eine Flugabwehr-Stellung der Hisbollah angegriffen worden. Dies sei ein "Warnsignal" an die von Syrien und dem Iran unterstützte Hisbollah gewesen.(APA/Reuters/dpa)

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