Wachposten im Körper

18. August 2003, 10:18
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Dendritische Zellen verstecken sich überall im Organismus. Sobald sie Kontakt mit Fremdkörpern haben, werden sie in Alarmbereitschaft versetzt. Sie nehmen Bestandteile dieser Eindringlinge, so genannte Antigene, auf. Gelangen diese ungebetenen Gäste ins Lymphsystem, lösen sie eine Immunreaktion aus. Killerzellen zerstören die Fremdkörper.

Ähnliches passiert bei Tumoren, freilich mit einem Unterschied: Tumorzellen sind im Gegensatz zu Viren körpereigen, das Immunsystem erkennt sie nicht als fremd an und bleibt damit inaktiv. Die Zelle kann sich ungestört teilen und vermehren.

Hier setzen die Forscher an: Sie isolieren Blutzellen des Patienten und produzieren in Kulturen mit verschiedenen Zusätzen versehene dendritische Zellen. Zusätzlich wird aus dem operativ entfernten Nierentumor Gewebe entnommen. Die Zellkultur vom Tumor ist auch die Antigenquelle. Durch Beigabe von Entzündungen auslösenden Mitteln werden die dendritischen Zellen aktiv. Der Impfstoff ist fertig. (prie/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. 8. 2003)

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