Swarovski soll zerlegt werden

14. August 2003, 16:39
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Anteile an Tochtergesellschaften sollen abgetauscht werden

Wien - Mitglieder der Familie Swarovski wollen den gleichnamigen Familienkonzern, zu dem die Kristallerzeugung in Wattens, die Schleifmittelwerke in Schwaz und die Swarovski Optik in Absam zählen, untereinander aufteilen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am morgigen Montag erscheinenden Ausgabe. "Mir schwebt eine Realteilung vor", sagt Gerhard Swarovski, Urenkel von Unternehmergründer Daniel und Chef der Swarovski Optik in Absam.

Das brisante Vorhaben, das dem Vernehmen nach bereits bei etlichen Familienmitlgiedern Anklang findet, sieht folgendes vor: Der Konzern soll auf die drei Familienstämme, die auf die Gründersöhne Wilhelm, Fritz und Alfred zurückgehen, aufgegliedert werden. Dabei streben Teile des Stammes Fritz - er vereint 27 Prozent der Konzernanteile auf sich - die qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent an Swarovski Optik und an Tyrolit an.

Abtausch von Anteilen

Die Transaktion soll im Abtausch von Anteilen über die Bühne gehen. Da der Fritz-Clan danach aber trotzdem mit einem kleinen Saldo den Fuß in der Tür bei Swarovski Kristall hätte, würde er zugunsten einer klaren operativen Trennung auf Stimmrechte in diesem Geschäftsfeld verzichten. Der Entflechtungsprozess soll derart weit fortgeschritten sein, dass bereits ein neues Problemfeld aufgetaucht ist: die wertvolle Marke Swarovski. Ein Anwalt durchleuchtet derzeit, wie die Aufteilung markenrechtlich vollzogen werden kann. Gernot Langes-Swarovski, Oberhaupt des Familienstamms Alfred, überlege, künftig Lizenzgebühren für die Marke zu kassieren, zitiert "profil" einen Insider.

Die Eigentümerstruktur bei Swarovski ist laut "profil" reichlich kompliziert. Grundsatzentscheidungen werden per demokratischer Abstimmung in der Gesellschafterversammlung getroffen, die mittlerweile 55 Mitglieder umfasst. Die kleinsten Anteilseigner halten jeweils 0,16 Prozent. Der größte Gesellschafter, Gernot Langes-Swarovski, ein Cousin von Gerhard, kommt auf 27,51 Prozent. "Doch das reicht nicht aus", so ein Konzern-Manager, "um zu bestimmen, wo es langgeht."(APA)

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