US-Aktienfonds sind Türöffner für ausländische Fondsanbieter

17. Dezember 2003, 13:22
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Pioneer & Co. drängen in den heimischen Dachfondsmarkt

Wien - Ganz im Gegensatz zum gängigen Klischee, die Österreicher würden außer am Sparbuch und im Bausparvertrag nichts anlegen, liegt Österreich mit seinen Fondssparern im europäischen Spitzenfeld (Platz vier gemessen an der Pro-Kopf-Einlage). Rund 94 Mrd. Euro sind in Produkten inländischer Fondsgesellschaften angelegt, weitere geschätzte zehn Mrd. in ausländischen. Die Ausländer halten sich mit Zahlen aber zurück. Offiziell werden keine Daten geliefert.

Dachfondsstudie

Einziges Indiz auf die Vorgänge in der Branche der ausländischen Fondsgesellschaften ist die Dachfondsstudie des unabhängigen Analysehauses e-fundresearch.

Laut Geschäftsführer Albert Reiter zeigt sich, dass der Dachfondsmarkt in Österreich von den Ausländern heiß umkämpft ist. Da die 1,5-prozentige Sicherungssteuer Direktanlagen in ausländische Fonds noch immer steuerlich benachteiligt, sind inländische Dachfonds der beste Türöffner für Ausländer. In den derzeit 330 heimischen Dachfonds, die ihrerseits in verschiedene Subfonds investieren, erobern sich Ausländer immer mehr Plätze und damit Anlagevolumen. Laut Studie stecken derzeit rund drei Mrd. Euro von den gesamt acht Mrd. Dachfondsvolumen im Publikumsbereich in ausländischen Fonds. Weitere acht Mrd. liegen demnach an institutionellem Geld in solchen Dachfonds.

Dachfondsbereich stabil

Der Dachfondsbereich hat sich in den drei Jahren der Börsenbaisse stabil gehalten, das heißt, die heimischen Banken haben so viele neue Fondsanteile verkauft, dass die Kurswertrückgänge wett gemacht wurden. Zudem hat sich laut Reiter gezeigt: Unter den derzeit 57 ausländischen Fondsgesellschaften, die in heimischen Dachfonds vertreten sind, wird der Wettkampf härter. Zu den "alteingesessenen" Namen wie Merrill, Fidelity und JP Morgan haben sich eine Reihe neuer großer Mitspieler gesellt. Aufsteigende Plätze besetzen demnach auch Pioneer, die deutsche DWS, Credit Suisse, BNP Paribas und die australische First State.

Die Produkte, mit denen sich die Ausländer Zutritt zu den heimischen Fondsanlegern verschaffen, seien überwiegend US-Blue-Chip-Fonds, also Aktienfonds mit US-Standardtiteln.Europäische Aktienfonds werden von den heimischen Gesellschaften überwiegend selbst aufgelegt und gemanagt.

Insgesamt, meinen die Experten von e-fundresearch, bleibe das Segment Dachfonds beliebt und gefragt. Erfreulicher Nebeneffekt für Privatkunden sei ein erhöhter Druck auf Höhe und Transparenz bei den Spesen.

Unangefochtener Marktführer in Österreich ist - wie auch bei den Volumen der direkten Fondsanlage, die Raiffeisen-Kapitalgesellschaft. (Karin Bauer, Der Standard, Printausgabe, 11.09.2003)

  • Marktanteile der ausländischen Fondsgesellschaften am Volumen ausländischer Subfonds

    Marktanteile der ausländischen Fondsgesellschaften am Volumen ausländischer Subfonds

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