Vergleichsfahrt: Öffis sind ein bisserl lahm

14. August 2003, 20:23
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Im Vergelichstest war das Motorrad viermal schneller als Bim&Bus

Wien - "Kein guter Tag für die Wiener Linien". Alexander Dunst nahm es gelassen. Schließlich - das hatte der Presse-Mitarbeiter vorher gewusst - ist Öffi-Fahren angewandte Demut. Auch dass er als Letzter ins Ziel kommen würde, hatte Dunst prognostiziert. Nur: Sein enormer Rückstand verblüffte.

 

60 Minuten und zwei Sekunden - viermal so lange wie der Sieger - brauchte Dunst, um am Freitag vom ÖAMTC-Stützpunkt in Breitenlee auf den Stubenring zu kommen. Die Autofahrerklub hatte Journalisten zur Stress-Vergleich-Fahrt gebeten: per Motorrad (Kronen Zeitung), Auto (Kurier), Mofa (ORF/"Willkommen Österreich"), Fahrrad (DER STANDARD) und Öffi (Die Presse). Es galt, nicht extra "brav" oder superschnell, sondern realistisch zu fahren. Den Stress beschrieb - nicht ganz wissenschaftlich - die Herzfrequenz. Weil die Dame von der Krone seit Ewigkeiten nicht mehr auf dem Bike gesessen war, sprang STANDARD-Fotograf Robert Newald ein.

Die Prognosen waren einhellig: Da die rund neun Kilometer lange Strecke meist zweispurig und die Stadt leer sei, würde das Motorrad das Auto knapp schlagen. Dann käme das Mofa - dann länger nichts. Das Ergebnis hielt sich nur beinahe daran. Motorrad (14 Minuten, zwei Sekunden) vor Auto (1835) vor - Überraschung - Fahrrad (2045) und Mofa (2129). Auch beim Stress "gewann" der Biker - dass man auf dem Rad bei Kreuzungssprints einen höheren Puls als beim Vollgas-Ampelstart im Auto hat, verwunderte nicht.

Dass aber auch der Öffi-Fahrer seinen Puls zeitweise an die 150-Schläge-Marke trieb, erstaunte - und Kurier-Redakteur Dominik Schreiber fasste zusammen: "Öffis sind nicht gut für die Nerven." (DER STANDARD, Printausgabe, 11.8.2003)

von Thomas Rottenberg

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