Schäfer prozessiert gegen Rumsfeld

11. August 2003, 19:22
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US-Verteidigungsminister wird Tod von 17 Angehörigen und 200 Schafen vorgeworfen

Ramadi - In dem von einem irakischen Schäfer angestrengten Prozess gegen den US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat ein irakisches Gericht am Sonntag zusätzliche Beweise gefordert. Der Schäfer hatte Rumsfeld beschuldigt, für den Tod von 17 Familienmitgliedern und 200 Schafen bei einem US-Angriff verantwortlich zu sein. Richter Sami Kamel setzte die nächste Anhörung auf den 24. August fest. In der Zwischenzeit sollen die beiden Rechtsanwälte des Klägers zusätzliche Beweise beschaffen, vor allen Dingen eine Videokassette des irakischen Zivilschutzes, auf der das US-Bombardement aufgezeichnet sein soll.

Der 71-jährige Abud Sarhan hatte die Klage an einem Gericht der irakischen Stadt Ramadi hundert Kilometer westlich von Bagdad eingereicht. Er verklagte Rumsfeld und den Ex-Oberkommandierenden Tommy Franks, weil ein Kampfflugzeug am 4. April sein Zelt in der Wüste angegriffen und dabei 17 Angehörige und rund 200 Schafe getötet habe. Der Schäfer drückte seine Hoffnung aus, dass der Pilot des Kampfjets vor Gericht geführt und bestraft werde. Er forderte zudem einen Schadensersatz in Höhe von 20 Millionen Dollar.

Nach seinen Angaben hatte der Schäfer sein Haus im Dorf Al Altakh verlassen, nachdem US-Truppen die Bewohner auf Flugblättern aufgefordert hatten, vor etwaigen Angriffen in die Wüste zu fliehen. Er sei der Aufforderung gefolgt und habe sich mit 20 Verwandten in einem Zelt in der Wüste niedergelassen. Das Zelt sei von zwei Raketen getroffen worden, was zum Tod von 17 Angehörigen geführt habe. (APA)

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