Arafat: Israels Vorgehen gegen Militante gefährdet Frieden

11. August 2003, 16:06
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"Wir fühlen uns noch dem Waffenstillstand verpflichtet"

Ramallah - Palästinenser-Präsident Yasser Arafat hat Israel vorgeworfen, mit dem gezielten Vorgehen gegen Führer radikaler Palästinenser-Organisationen den Friedensprozess zu gefährden. Arafat reagierte damit am Samstag in Ramallah auf den Angriff einer israelischen Eliteeinheit, bei dem zwei ranghohe Hamas-Mitglieder und ein israelischer Soldat getötet worden waren.

Arafat sagte zu Journalisten: "Was Israel macht, ist den gesamten Friedensprozess zu töten und nicht nur einen Waffenstillstand zu zerstören." Hamas und andere israelfeindliche Palästinenser-Gruppen hatten Ende Juni einen dreimonatigen Gewaltverzicht verkündet. Ein Hamas-Führer sagte in Gaza-Stadt: "Wir fühlen uns noch dem Waffenstillstand verpflichtet, aber wir werden gegen die zionistischen feindlichen Verbrechen vorgehen." Der militärische Hamas-Flügel habe sich entschieden zu reagieren.

Die Razzia im Westjordanland hatte am Freitag nach israelischen Militärangaben zwei Hamas-Funktionären gegolten, die Anschläge in Israel geplant hätten. Die Soldaten hätten im Lager Askar in Nablus ein Gebäude eingekreist, in dem sich die gesuchten Hamas-Mitglieder aufgehalten hätten. Aus dem Haus sei das Feuer auf die Soldaten eröffnet worden. Ein Soldat sei dabei getötet worden. Während des Feuergefechts sei ein vermutlich im Haus gelagerter Sprengsatz detoniert. (APA/Reuters)

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