Mittelmeer erreicht Rekordtemperatur

25. August 2003, 16:51
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Höchste Temperatur seit über 50 Jahren - Höhepunkt noch nicht erreicht - Experten warnen vor Unwettern im Herbst

Madrid - Der weiße Strand glüht in der Sonne. Das dunkelblaue Wasser des Mittelmeers verspricht Abkühlung. Aber so mancher Urlauber wird enttäuscht. Der Sprung ins Wasser ist keineswegs so erfrischend wie erhofft. Infolge der andauernden Hitze hat sich das Meer so erwärmt, dass es fast Badewannen-Temperatur hat.

An der spanischen Mittelmeerküste sowie bei den Balearen-Inseln Mallorca und Ibiza wurden Wassertemperaturen von 30 und stellenweise sogar von 32 Grad gemessen. Dies sind die höchsten Werte seit wenigstens 50 Jahren.

"Wie ein vorgewärmtes Schwimmbad"

"Das Mittelmeer ist wie ein vorgewärmtes Schwimmbad", schreibt die Zeitung "El Peridico de Catalunya". Normalerweise ist das Wasser zu dieser Jahreszeit 25 bis 26 Grad warm. Schon eine Temperatur von 28 Grad gilt als eher ungewöhnlich. Dabei ist der Höhepunkt noch nicht erreicht. Das Meer bekommt seine höchste Temperatur Anfang September. Es kann also durchaus noch ein oder zwei Grad wärmer werden.

Bringt die ungewöhnliche Erwärmung nun das gesamte Ökosystem des Mittelmeers durcheinander? Experten halten dies für unwahrscheinlich. "Die jetzige Erwärmung ist nur eine vorübergehende Erscheinung", sagt der Ozeanograph Jordi Salat. "Sie betrifft nur die Oberfläche des Meeres." Es sei allerdings möglich, dass stellenweise verstärkt Algen oder Quallen auftreten.

Warnung vor Unwettern im Herbst

Die Experten sehen aber eine andere Gefahr: Auf die Hitzewelle könnte eine Sintflut folgen. Mit der Erwärmung des Meeres wächst die Wahrscheinlichkeit, dass im September oder Oktober verheerende Unwetter die spanische Mittelmeerküste heimsuchen. Aus der "Badewanne Mittelmeer" verdunsten nämlich riesige Mengen an Wasser. Die aufsteigende und mit Feuchtigkeit angereicherte Warmluft kann im Herbst auf kalte Luftschichten treffen. Dann entladen sich heftige Wolkenbrüche. Man nennt dieses Wetterphänomen "Kaltlufttropfen".

Nach Ansicht der Meteorologen ist in diesem Jahr die Gefahr groß, dass die Unwetter besonders verheerend ausfallen. Auf einen heißen Sommer folgt - wie im Jahr 1994 - häufig ein regenreicher und stürmischer Herbst. 100-prozentig sicher sind sich allerdings die Experten nicht.(APA/dpa)

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    War da auch wo Sand?! Im spanischen Lloret de Mar sind die Strände voll, doch das sonst erfrischende Nass des Mittelmeers erreicht inzwischen Rekordtemperaturen.

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