Weiterhin Gewalt in Basra

11. August 2003, 19:22
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Versorgungsmängel führen zu Ausschreitungen - Verletzte Demonstranten und Soldaten - Nepalesischer Gurkha erschossen

Bagdad/Basra - Die Einwohner der von den Briten kontrollierten südirakischen Stadt Basra haben sich am Wochenende zum Teil gewaltsam gegen den dort herrschenden Benzin- und Strommangel aufgelehnt. Bei den Krawallen, die auch am Sonntag weitergingen, wurden am Samstag vier Iraker und sieben britische Soldaten verletzt.

Die Unruhen in Basra begannen am Samstag an einer Tankstelle, vor der zahlreiche Iraker Schlange standen, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Ein britisches Militärfahrzeug geriet unter Beschuss. Später feuerten britische Soldaten mit Gummigeschossen, um die Menge auseinanderzutreiben. Demonstranten blockierten fast alle Kreuzungen und Hauptverkehrsadern der Stadt, marschierten zum Hauptquartier der britischen Truppen und schossen zum Teil mit Kalaschnikows in die Luft. Sie warfen mit Steinen und rollten brennende Reifen durch die Straßen. Menschen warfen Betonbrocken auf vorbeifahrende Autos.

Verletzte

Am Sonntag wurden die Briten erneut angegriffen. Vier Demonstrationen im Norden von Basra mit insgesamt 800 Teilnehmern seien eskaliert, sagte der britische Kommandant Charlie Mayo. Britische Soldaten seien in einigen Fällen beschossen worden und hätten das Feuer erwidert. Nach Bericht der Nachrichtenagentur Reuters trugen mindestens zwei Iraker Schussverletzungen davon. Es war aber unklar, wer für diese Schüsse verantwortlich war. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AP von einem möglichen Toten berichtet.

"Wir haben die militärische Präsenz erhöht, um sicherzustellen, dass die Menschen verstehen, dass wir Sicherheit sehr ernst nehmen", sagte ein britischer Militärsprecher in Basra der Nachrichtenagentur Reuters. In der zweitgrößten Stadt des Landes kam es erneut zu Stromausfällen, so dass bei Temperaturen um 50 Grad Kühlschränke und Klimaanlagen ausfielen. Vor Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Die britische Armee versuche an den Tankstellen Benzin zu verteilen. In Basra ist der Treibstoff nicht nur teuer, sondern auch knapp, weil das Öl aus den nahegelegenen Ölfeldern auf dem Schwarzmarkt statt an den Zapfsäulen landet.

Gurkha erschossen

Irakische Angreifer haben nach britischen Militärangaben am Sonntag in Basra einen aus Nepal stammenden Elite-Soldaten des Gurkha-Regiments erschossen.

Der nepalesische Sicherheitsoffizier sei für den privaten Sicherheitsdienst Global Security in der südirakischen Stadt tätig gewesen. Bei dem Überfall habe er sich in einem Fahrzeug befunden, das Post für die Vereinten Nationen ausliefere, teilte ein Sprecher der britischen Verwaltung in Basra mit.

Die für ihre Härte berühmten Gurkha-Elitesoldaten werden nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst der britischen Armee gern von Sicherheitsfirmen angeheuert. Eine Reihe von ihnen sind auch im Irak im Einsatz. (APA/Reuters)

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