Abbas wirft Israel Bruch von Waffenruhe vor

11. August 2003, 13:44
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Palästinensischer Premier verurteilt Armee-Einsatz in Nablus vom Freitag

Dschidda - Nach einem Armee-Einsatz in Nablus mit vier Toten hat der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas Israel einen Bruch der Waffenruhe vorgeworfen. Israel habe in den vergangenen Tagen seine Einmärsche, Tötungen und Zerstörungen fortgesetzt, sagte Abbas am Samstagabend im saudiarabischen Dschidda, wie die Nachrichtenagentur SPA am Sonntag meldete. Dies gelte besonders für den Einsatz in Nablus am Freitag, bei dem vier Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet wurden. Für die Folgen dieses Handelns sei Israel selbst verantwortlich, betonte Abbas.

Die Palästinensergruppen hätten bei ihrer Verkündung der Waffenruhe Ende Juni "einen ausgeprägten Verantwortungssinn bewiesen", sagte Abbas. Dies sei in der Hoffnung geschehen, dass auch Israel seine Gewalt einstelle. Die derzeitigen Entwicklungen könnten ihm zufolge einen Rückschlag im Friedensprozess bedeuten. Abbas und der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatten sich beim Gipfel mit US-Präsident Bush Anfang Juni im jordanischen Akaba offiziell zur Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplans bekannt, der die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates bis 2005 vorsieht.

Abbas wurde nach seinem Besuch in Saudiarabien am Sonntag in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet. Ein Besuch in Kuwait wurde wegen Unstimmigkeiten zum Irakkrieg abgesagt. Kuwait hatte von Abbas eine Entschuldigung für seine Kritik an der Unterstützung des Irakkriegs durch das Emirat gefordert, was der Palästinenser ablehnte.(APA)

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