Besucher "lieben" Titanic zu Tode

14. August 2003, 18:29
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Zustand des Wracks hat sich deutlich verschlechtert

Washington - Die "Titanic" wird von ihren vielen Bewunderern buchstäblich zu Tode geliebt. Wie die "New York Times" am Samstag berichtete, wird der Zerfall des Schiffswracks auf dem Boden des Atlantik durch hunderte von Besuchern, zu denen Forscher, Filmemacher aber auch Touristen zählen, noch beschleunigt.

"Ich war geschockt", zitierte die Zeitung den Ozeanologen Alfred McLaren, der 1999 und dann im vergangenen Juli zu dem Wrack herabgetaucht war. Er habe erwartet, die "Titanic" praktisch unverändert zu finden, doch habe sich ihr Zustand deutlich verschlechtert.

Unter anderem sei der Ausguck verschwunden, von dem damals der Ausruf kam: "Eisberg voraus". Auch gebe es überall neue Löcher im Bug und auf den Decks, berichteten Wissenschaftler. Einer der Gründe für den unerwartet schnellen Verfall sei, dass die Ruhe der "Titanic" nachhaltig gestört sei.

Das Wrack war 1985 nach 73 Jahren in eisiger Dunkelheit auf dem Meeresboden entdeckt worden. Von da tauchten immer wieder Wissenschaftler und Kamerateams mit U-Booten herab. In letzter Zeit sind jedoch auch verstärkt Touristen hinzugekommen, die bis zu 35.000 Dollar (30.902 Euro) für das Abenteuer zahlen.

"Besucher richten mehr Schaden an als alles andere", sagte der Präsident der "Titanic Historischen Gesellschaft" in Springfield (Massachusetts), Ed Kamuda, der Zeitung. Das Wrack werde ohnehin langsam verfallen, aber es helfe nicht, wenn all diese U-Boote das Sediment aufwühlten.

Die als unsinkbar geltende Titanic war auf ihrer Jungfernfahrt im April 1912 mit einem Eisberg zusammengestoßen und untergegangen. 1.500 der 2.200 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. (APA/dpa)

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