Dali-Film gewinnt Preis in Australien

13. August 2003, 19:37
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Lange verschollener siebenminütiger Animationsfilm - "Verrückte" Geschichte über nicht erwiderte Liebe

Sydney - Ein siebenminütiger Animationsfilm des spanischen Malers Salvador Dali hat auf einem Kurzfilm-Festival im australischen Melbourne Freitagabend den ersten Preis gewonnen. Der lange verschollene Film "Destino" des surrealistischen Malers war von ihm gemeinsam mit dem Filmmogul Walt Disney 1946 begonnen worden. Teile des nie fertig gestellten Films hatte Disneys Neffe Roy Disney in einem Tresor der Disney-Studios gefunden.

Mit ebenfalls gefundenen Ablaufplänen und dem Originalton wurde er rund 57 Jahre nach seinem Beginn zusammengefügt. Nachdem der Dali-Kurzfilm 90 andere Bewerber um den Filmpreis aus dem Feld schlug, will der Disney-Neffe ihn nun eventuell auch kommerziell auswerten.

Zum Leben erweckte Dali-Bilder

"Wenn man ihn gesehen hat, sagt man, so hätte man sich Dali-Bilder vorgestellt, wenn sie zum Leben erweckt worden wären", sagte David Stainton, Präsident der zur Disney Company gehörenden Disney Feature Animation. "Die Frau verwandelt sich in der Geschichte in eine Ballerina, ihr Kopf wird zu einem Baseball - verrücktes Zeug", sagte Stainton der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist eine leichte Geschichte mit einer unterschwelligen Melancholie, und es ist eine Geschichte über nicht erwiderte Liebe."

Disney und der Maler mit großen, gezwirbelten Bart hatten auf einer Dinner-Party vereinbart, den Film gemeinsam zu machen. Das Projekt wurde jedoch aufgeschoben, weil das Disney-Studio in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Zwar blieben der Filmemacher und der spanische Maler Freunde, sie arbeiteten aber nie mehr zusammen. Dali starb 1989, Disney 1966. (APA/Reuters)

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    Salvador Dali

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