Rebellen drohen mit Angriff auf Residenz Taylors

12. August 2003, 11:45
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Sollte er nicht "sofort" verschwinden - Moses Blah wird von LURD nicht akzeptiert

Monrovia - Die LURD-Rebellen in Liberia haben mit einem Angriff auf den Amtssitz von Präsident Charles Taylor gedroht, falls dieser nicht wie angekündigt am Montag zurücktritt. Sollte Taylor nicht "sofort" verschwinden, "werden wir seine Residenz angreifen", sagte der Feldkommandeur der "Vereinigten Liberianer für Versöhnung und Demokratie" (LURD), Seyea Sherriff, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Monrovia.

Taylor hielt sich am Nachmittag in seiner Residenz sieben Kilometer von den LURD-Stellungen entfernt auf. Er wollte am Montag um 13.59 Uhr die Macht an seinen Stellvertreter Moses Blah abgeben. Die LURD-Rebellen signalisierten bereits, dass sie auch Blah nicht akzeptieren wollen, da er ein General Taylors sei. Sie verlangen die Einsetzung eines neutralen Zivilisten als Präsidenten.

Vermittlung Nigerias

In der nigerianischen Hauptstadt Abuja traf Präsident Olusegun Obasanjo am Sonntag mit LURD-Chef Sekou Damate Conneh zusammen. Conneh dankte nach Angaben einer Sprecherin Obasanjos Nigeria für dessen Vermittlerrolle in Liberia. Nigeria führt die westafrikanische Friedenstruppe für Liberia (ECOMIL) an. Obasanjo bot Taylor zudem erneut Asyl an. Den Zeitpunkt seiner Ankunft hält Nigeria geheim. In der nigerianischen Hafenstadt Calabar wurde nach Regierungsangaben aus Lagos bereits mit der Renovierung eines Hauses begonnen, das Taylor als Exil dienen sollte.

Der liberianische Wirtschaftsminister Sam Jackson warnte vor Chaos und Anarchie im Land nach einem Weggang Taylors. Die westafrikanische Friedenstruppe sei auf eine Übergangszeit nach Taylor nicht vorbereitet, sagte er vor Journalisten in Monrovia. Als Vorhut der ECOMIL ist derzeit ein 750 Mann starkes nigerianisches Bataillon in Liberia. (APA)

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