China setzt Korea-Gipfel durch

13. August 2003, 08:49
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Schon Ende August wird in Peking über die Atomkrise verhandelt

Unterhändler aus sechs Ländern, darunter Nordkorea und die USA, wollen schon Ende August in Peking nach einem politischen Ausweg im Streit um das Atomprogramm Pjöngjangs suchen. Auf der Tagesordnung stehen auch Überlegungen, wie das Waffenstillstandsabkommen am 38. Breitengrad zwischen Nord- und Südkorea durch einen stabileren Friedensmechanismus ersetzt werden kann.

Die zweitägigen Gespräche sollen nach Angaben von Diplomaten am 26. August in Peking beginnen. An ihnen werden neben Nordkorea, den USA und dem Gastgeber auch Südkorea, Japan und Russland teilnehmen.

Chinas Vizeaußenminister Wang Yi bestätigte nach seinen dreitägigen Verhandlungen in Pjöngjang, dass Nordkoreas Führung einem Treffen vor dem 31. August zugestimmt habe. "Wir haben diskutiert, wie wir zu einem Erfolg in der Sechs-Parteien-Runde kommen und friedlich die Atomfrage auf der koreanischen Halbinsel lösen", sagte Wang Yi bei seiner Rückkehr am Wochenende in Peking.

Rückzug offen

Nordkoreas KP-Zentralorgan Rodong Sinmun machte kurz nach Wangs Rückkehr aber klar, dass Pjöngjang sich trotz seiner Zustimmung einen Rückzug offen hält. "Das Abhalten der Gespräche selbst bedeutet noch nicht, dass alle Probleme mit einem Mal gelöst werden können."

Nordkorea sei zu einer "friedlichen Lösung des Atomproblems" nur bereit, wenn die USA ihre Doppeltaktik, "Druck auszuüben und den Dialog zu suchen", aufgeben. "Wirtschaftsblockaden und militärische Bedrohungen können die Gespräche zum Platzen bringen." Pjöngjang reagierte damit auf neue Militärmanöver, die die USA und Südkorea im August planen.

Die Terminbekanntgabe durch China hat in der Region hektische diplomatische Vorbereitungen ausgelöst. In Peking besprach Chinas Führung am Wochenende ihre Pläne für eine friedliche Lösung mit dem japanischen Kabinettschef Yasuo Fukuda, dem engsten Berater von Premier Junichiro Koizumi.

Südkoreas Vizeaußenminister fuhr am Samstag nach Moskau, Chinas Außenminister Li Zhaoxing reiste über Südkorea nach Japan. Am kommenden Donnerstag wollen sich die Außenminister der verbündeten Staaten USA, Japan und Südkorea in Washington treffen. Thema ist auch eine von Pjöngjang geforderte Garantie, von den USA nicht angegriffen zu werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 11.8.2003)

Johnny Erling aus Peking
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    Chinas Außenminister Li Zhaoxing.

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