Annäherung zwischen Indien und Pakistan

13. August 2003, 08:49
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Indischer Regierungschef: Staaten müssen lernen, als Freunde nebeneinander zu leben - Musharraf fordert Ende des Konflikts mit Indien

Islamabad - Der indische Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee hat zu einem Ende der Gewalt zwischen Indien und Pakistan aufgerufen. In einer bei einer Friedenskonferenz in Islamabad verlesenen Erklärung forderte Vajpayee am Sonntag, beide Staaten müssten dem Willen ihrer Völker folgen und lernen, als Freunde nebeneinander zu leben. "Gewalt und Blutvergießen können keine Lösung bringen", hieß es in der von einem indischen Delegierten verlesenen Erklärung. "Zusammenarbeit, nicht Konfrontation, ist die Antwort auf unsere gemeinsamen Probleme."

Bei der von einer Journalistenorganisation veranstalteten Konferenz trafen Parlamentarier beider Staaten zu zweitägigen Diskussionen zusammen. Auch der Streit um Kaschmir sollte zur Sprache kommen. Indien wirft Pakistan vor, den Untergrundkrieg islamischer Rebellen in Jammu-Kaschmir zu unterstützen. In der Himalaya-Region kämpfen seit 1989 mehr als ein Dutzend moslemische Gruppen für die Unabhängigkeit des indischen Teils oder für dessen Angliederung an Pakistan. Mehr als 63.000 Menschen fielen der Gewalt bisher zum Opfer.

Pakistan zum Dialog bereit

Nach dem indischen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee hat auch der pakistanische Präsident Pervez Musharraf zu einem Ende des Konflikts beider Länder aufgerufen. Musharraf erklärte am Montag, Pakistan werde sein Bestes tun, um im Dialog alle Streitigkeiten mit Indien zu lösen. Er äußerte sich während eines Seminars in Islamabad in demselben Hotel, in dem eine Friedenskonferenz mit Vertretern aus beiden Ländern stattfand.

"Ich bin sehr froh, dass die indischen Delegierten in Pakistan sind", sagte Musharraf über das zweitägige Treffen, das am Sonntag mit einer Botschaft von Vajpayee begonnen hatte. Am Montag sprachen die Teilnehmer über die Erneuerung der Beziehungen beider Länder. Die indische Abgeordnete Margaret Alva forderte die Wiederherstellung der Flug- und Bahnverbindungen über die Grenze, die nach einem Anschlag auf das indische Parlament im Dezember 2001 eingestellt worden waren. Der pakistanische Senator Farhatullah Babar sprach sich ebenfalls für eine Verbesserung der Beziehungen aus und bezeichnete die Konferenz als erfolgreich.

Kaschmir weiter umstritten

Weniger versöhnlich äußerte sich dagegen das pakistanische Außenministerium. Ministeriumssprecher Masood Khan warf den indischen Soldaten Gräueltaten in Kaschmir vor. In der Himalaya-Region kämpfen seit 1989 mehr als ein Dutzend moslemische Gruppen für die Unabhängigkeit des indischen Teils oder für dessen Angliederung an Pakistan. Mehr als 63.000 Menschen fielen der Gewalt bisher zum Opfer.(APA/AP)

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