Waldbrand auf Mallorca: Urlauber in Sicherheit gebracht

10. August 2003, 11:59
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Feuer in Portugal, Italien und Kroatien wüten weiter

Palma de Mallorca/Lissabon - Nach dem Ausbruch eines Waldbrands auf der spanischen Ferieninsel Mallorca sind rund 150 Menschen, darunter auch mehrere Urlauber, vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden. Das Feuer vernichtete mehr als 100 Hektar ökologisch wertvolle Pinienwälder am Berg Puig de Randa im Osten der Inselhauptstadt Palma. Die Flammen breiteten sich am Samstag nach Angaben der Behörden an drei Stellen aus.

Die Bewohner des Dorfes Randa hatten ihre Häuser am Vortag verlassen müssen, konnten aber später in ihre Wohnungen zurückkehren. Das auf dem Berggipfel gelegene Kloster Monasterio de Cura, ein Berghotel und ein Restaurant wurden geräumt. Bei der Bekämpfung des Feuers waren alle auf Mallorca verfügbaren Löschflugzeuge im Einsatz.

Der Puig de Randa ist mit 548 Meter Höhe die größte Erhebung in der eher flachen Südhälfte Mallorcas. Er gehört seit Jahrhunderten zu den bedeutendsten Wallfahrtsstätten auf der Insel. Die Zeitung "Diario de Mallorca" bezeichnete den Waldbrand in dem Ausflugsgebiet als eine "ökologische Katastrophe".

Auf der kanarischen Insel Hierro loderten Waldbrände erneut auf, die die Löschmannschaften zuvor bereits unter Kontrolle gebracht hatten. 450 Hektar Baum- und Buschland verbrannten.

In Portugal hielt die Serie der verheerenden Waldbrände weiter an. Am Samstag bekämpfte die Feuerwehr sieben Brandherde in verschiedenen Teilen des Landes. Erstmals war auch die Ferienregion Algarve in Südportugal betroffen, die bisher von den Feuern verschont geblieben war. Außerdem waren die Bezirke Guarda und Portalegre im Zentrum des Landes sowie Bragana im Süden betroffen. Am Freitag hatten in Portugal zeitweise 29 Waldbrände gelodert. Die Lage entschärfte sich jedoch in der Nacht zum Samstag, da die Witterung sich ein wenig abkühlte und die Luftfeuchtigkeit zunahm.

Portugal soll EU-Zuschüsse bekommen

Die EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou sprach sich nach Presseberichten bei einem Besuch Portugals dafür aus, dass Lissabon Hilfen aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union erhält. Der Fonds war im vergangenen Jahr nach den Hochwasserfluten in Deutschland, Österreich und Tschechien gegründet worden. Er ist mit maximal einer Milliarde Euro pro Jahr gefüllt. Die Wochenzeitung "Expresso" berichtete, das Wetteramt habe bereits Ende Juli vor der Hitzewelle gewarnt. Die Behörden hätten jedoch keine Vorkehrungen zur Verhinderung von Waldbränden getroffen.

Die Regierung bezifferte das Ausmaß der Schäden auf fast eine Milliarde Euro. Bei den seit zwei Wochen anhaltenden Bränden in Portugal wurden 15 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.

Löschversuche via Fallschirm

In Kroatien sprangen am Samstag Feuerwehrleute mit dem Fallschirm ab, um ein Feuer in der Nähe des Paklenica-Nationalparkes zu bekämpfen. Von Hubschraubern aus wurde auch Löschmaterial abgeworfen, wie die Nachrichtenagentur Hina berichtete. Das Feuer in dem unwegsamen Gebiet war am Freitag ausgebrochen. Die Arbeit der Feuerwehrleute wurde dadurch erschwert, dass die Gegend seit dem Jugoslawienkrieg nicht von Minen befreit wurde.

Die Wald- und Buschbrände loderten am Wochenende auch in Italien weiter. In der Nähe von Prato bei Florenz setzte die Feuerwehr Löschflugzeuge ein. Dort gingen 80 Hektar Pinienwald und Grasland in Flammen auf. Auf der Halbinsel von Sorrent bei Neapel mussten italienische Touristen eine Anlage "Ferien auf dem Bauernhof" verlassen. Die zahlreichen Brände an der Ligurischen Küste waren dagegen nach Angaben des Zivilschutzes unter Kontrolle. (APA/dpa)

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