Hilfe für die Opfer des Anschlages in Omagh

9. August 2003, 15:34
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London unzterstützt Zivilklage gegen Drahtzieher mit 800.000 Pfund

London - Die britische Regierung will sich mit insgesamt 800.000 Pfund (1,137 Mill. Euro) an der Finanzierung einer Zivilklage gegen die Attentäter von Omagh und ihre Helfer beteiligen. Das Geld solle einen Teil der Kosten für eine Entschädigungsklage tragen, teilte Nordirlandminister Paul Murphy am Freitag in London mit. Die katholische Splittergruppe "Wahre IRA" hatte sich zu dem Anschlag vor fünf Jahren in der nordirischen Ortschaft Omagh bekannt, bei dem 29 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden waren. Der Chef der extremistischen Gruppe, Michael McKevitt, war am Donnerstag wegen Leitung einer terroristischen Vereinigung von einem Sondergericht in Dublin zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Die überlebenden Opfer sowie die Angehörigen der Toten verlangen Entschädigungszahlungen in Höhe von zehn Millionen Pfund. Von den geschätzten Kosten einer Zivilklage in Höhe von 1,5 Millionen hatten sie bereits 700.000 Pfund zusammengetragen; für den Rest will nun die britische Regierung aufkommen. Bereits im vergangenen Sommer hatten Anwälte der Opfer gegen fünf mutmaßliche Drahtzieher des Attentats Klage eingericht. Im britischen Recht werden bei Zivilprozessen weniger strenge Maßstäbe an die Beweisführung gelegt als bei Strafverfahren. Der Vater des bei dem Anschlag getöteten 21-jährigen Aidan Gallagher bezeichnete die Entscheidung der Regierung als "fantastische, schier unglaubliche Nachricht". (APA)

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    Omagh, 15.8.1998

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