Nagasaki gedenkt Atombomben-Opfern

11. August 2003, 16:03
posten

Vor 58 Jahren starben 74.000 Menschen - Koizumi bekräftigt Absage an Atomwaffen

Tokio - Anlässlich des 58. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Nagasaki hat der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi die Absage seines Landes an Nuklearwaffen bekräftigt. "Unser Land wird niemals seine Position ändern", sagte er während der Gedenkfeier am Samstag in der südwestjapanischen Stadt.

"An vorderster Stelle der internationalen Gemeinschaft werden wir all unser Mögliches tun, uns für die Ausrottung von Nuklearwaffen einzusetzen", sagte Koizumi im Hinblick auf den aktuellen Streit um das nordkoreanische Atomprogramm. Der Bürgermeister von Nagasaki, Itcho Ito, forderte Koizumi auf, die seit 35 Jahren von den japanischen Regierungen gepflegte Anti-Atomwaffen-Politik in ein Gesetz zu fassen. In Japan findet derzeit eine kontroverse Debatte um die Bewaffnung mit Nuklearwaffen statt.

In einer "Friedenserklärung" sprach Ito von nationalen und internationalen Befürchtungen einer japanischen Remilitarisierung und Wiederbewaffnung mit Atombomben, die durch ein Gesetz beruhigt werden könnten. Ito verurteilte den US-geführten Krieg gegen den Irak und kritisierte die Atompolitik der Vereinigten Staaten, die selbst im Besitz von Atomwaffen sind. US-Präsident George W. Bush und andere Führer von Atommächten müssten einmal ins Gedenkmuseum von Nagasaki kommen, um "mit eigenen Augen die tragischen Folgen dieser Instrumente der Zerstörung zu sehen".

Rund 74.000 Menschen kamen ums Leben, als die USA am 9. August 1945 eine Atombombe auf Nagasaki abwarfen. Nur drei Tage zuvor hatte die US-Armee eine Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima abgeworfen. Dabei wurden 200.000 Menschen getötet. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.