Pensionsreform: Weltbank-Experte rät zu späterer Harmonisierung

11. August 2003, 11:56
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Verantwortlichen sollten sich ein bis zwei Jahre Zeit nehmen

Wien - Für den Sozialexperten der Weltbank, Robert Holzmann, ist die von Österreich geplante Harmonisierung der Pensionssysteme "extrem wichtig". Gerade deshalb sollte man sich dafür noch ein bis zwei Jahre Zeit nehmen und die Materie gründlich diskutieren, meinte er am Samstag im Ö1-Radio-"Mittagsjournal".

Holzmann appellierte grundsätzlich an die "Fantasie" der Sozialpartner, mit der Regierung verstärkt zusammenzuarbeiten, um die für die Zukunft notwendigen Konzepte des lebenslangen Lernens und der Flexibilität der Arbeitnehmer zu erstellen.

Holzmann ist Direktor für Soziale Sicherheit in der Weltbank. Die Veränderungen in der Gesellschaft und am Arbeitmarkt seien dringend in alle sozialen Überlegungen einzubeziehen, bekräftigte er. Die Lebenserwartung steigt, ein 60-Jähriger werde sich künftig überlegen müssen, ob er in Pension geht und daher weniger Geld in Kauf nimmt, oder ob er lieber ein paar Jahre länger arbeitet, ohne "Bestrafung" durch das System.

Die Betriebe wiederum müssten weg von starren Pensionierungsschemata. Frühpensionierungen seien reine Entlastungen für den Arbeitsmarkt gewesen, in Zukunft dürfe es keine erzwungenen Pensionierungsaktionen mehr geben. "Die Wahrheit in der Frage der Pensionen ist zumutbar und vermittelbar", glaubt er. Österreich habe unter den Ländern der EU und Osteuropas die höchsten Pensionsausgaben. (APA)

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