Neuer Anlauf für Chipkarte

11. August 2003, 18:37
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Elektronischer Krankenscheinersatz laut neuem Hauptverband-Geschäftsführer Schörghofer ab 2005 einsatzbereit

Wien - Die Einführung der Chipkarte als elektronischer Krankenscheinersatz ist für den neuen Geschäftsführer im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Volker Schörghofer, ein "Priorität 1-Projekt". Im Gespräch mit der APA sagte Schörghofer, er sei sich bewusst, dass die Erwartungshaltung groß sei und der Hauptverband am Erfolg des Projekts gemessen werde. Er zeigte sich aber "überzeugt, dass es gelingen wird und gelingen muss".

"Vergangenheit abgeschlossen"

Nach der Auflösung des Vertrages mit dem deutsch-amerikanischen Konzern EDS/ORGA ist für Schörghofer "die Vergangenheit abgeschlossen". Er wolle sich auf die Zukunft konzentrieren und finde es "gut, dass wir jetzt neu durchstarten können". Was der Vergleich mit EDS/ORGA gekostet hat, wollte Schörghofer nicht sagen. Er betonte aber, "wir fangen nicht bei Null an", die Arbeitsergebnisse von EDS/ORGA seien für den Hauptverband weiter nutzbar. Manches müsse jedoch überarbeitet werden, weil sich technisch einiges weiter entwickelt habe.

Die Neu-Ausschreibung erfolge nur noch für Teilprojekte, es gebe keinen Generalunternehmer mehr, erläuterte der neue, seit 1. August zuständige Geschäftsführer. Das erste Teilprojekt, die zentrale Software, soll noch heuer im Dezember vergeben werden. In dem zweistufigen Verfahren sind bisher aus sechs Bewerbern drei ausgewählt worden. Nähere Details zu den Bietern wollte Schörghofer aber unter Hinweis auf das Vergabegesetz nicht nennen.

Pilotprojekt Ende 2004

Ende 2004 soll mit einem Feldversuch in 80 Ordinationen im Burgenland ein Pilotprojekt starten. Im Laufe des Jahres 2005 sollen dann acht Millionen Karten an die Österreicher ausgegeben und 11.400 niedergelassene Ärzte mit den notwendigen Geräten versorgt werden. Später sollen dann auch Spitäler und Dienstgeber in das System einbezogen werden. Für die Versicherten ist eine Informations-Kampagne geplant, eine Telefon-Hotline soll für etwaige Fragen eingerichtet werden.

Auf der Karte sollen in der ersten Phase nur der Name, das Geburtsdatum und die Sozialversicherungsnummer enthalten sein. Es gebe aber die Möglichkeit später auch andere Daten darauf zu laden. Der Chip sei groß genug, um nicht nur medizinische Daten unterzubringen, sondern sie auch als Bürgerkarte im Umgang mit der Verwaltung einzusetzen. Deshalb sei man auch in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen im Innenministerium und dem Bundeskanzleramt. Auch das "elektronische Rezept" mit Einbindung der Apotheken wäre später denkbar.

Aufteilung der Kosten für Umstellung

Bei den Ärzten müssen Karten-Lesegeräte installiert werden. Über die Aufteilung der Kosten dafür sollen die Gespräche mit der Ärztekammer im Herbst beginnen. Computer haben nach Angaben Schörghofers bereits rund 80 Prozent der Ärzte in ihren Praxen. Der Hauptverband-Geschäftsführer geht davon aus, dass die restlichen 20 Prozent der Ärzte von sich aus Interesse haben werden, sich Computer anzuschaffen, weil sie damit auch Kosten sparen können. Derzeit entstehen den Ärzten nämlich bei der elektronischen Abrechnung mit den Kassen keine Kosten, bei einer händischen Abrechnung falle hingegen pro Abrechnungszettel ein Gebühr von rund 50 Cent an.(APA)

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