US-Delegation verhandelt mit Rebellen über Abzug aus Monrovias Hafen

9. August 2003, 12:04
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Taylors Exil wird im nigerianischen Calabar vorbereitet

Monrovia/Lagos - Eine US-Delegation hat am Freitag mit der liberianischen Rebellenorganisation LURD über die Räumung des strategisch wichtigen Hafens von Monrovia verhandelt. Die Rebellen hätten das Diplomaten- und Militärexpertenteam jedoch lediglich an ihren Chef, Sekou Damate Conneh, verwiesen, sagte ein Mitglied der Unterhändlergruppe. Die Rebellen halten den Hafen seit dem 19. Juli; er ist ein wichtiges Nadelöhr für die Lieferung von Hilfsgütern nach Liberia. Trotz der Blockade durch die Rebellen war es am Freitag jedoch zwei Schiffen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und von Ärzte ohne Grenzen gelungen, in den Hafen einzufahren.

Unterdessen kündigte Nigerias Regierung an, Liberias Präsidenten Charles Taylor die Stadt Calabar als Exilort anzubieten. "Die Regierung hat uns angewiesen, einen netten Ort für Taylor in Calabar vorzubereiten", sagte ein nigerianischer Regierungssprecher. Taylor hatte angekündigt, sein Amt am Montag abzugeben und nach Nigeria ins Exil zu gehen. Die im Südosten des Landes gelegene Stadt wurde im 15. Jahrhundert von den ersten Missionaren in Nigeria als Stützpunkt genutzt. Sie verfügt über einen Flughafen, einen Hafen und eine Universität. (APA)

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    Die US-Delegation auf dem Weg zu Verhandlungen

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