15 Jahre lang vor der CSSR-Staatssicherheit versteckt

9. August 2003, 10:00
posten

Heute 79-jähriger blieb lange skeptisch: "Wer weiß, ob die Kommunisten nicht einmal zurückkommen ..."

Prag - Rund 15 Jahre lang hat sich ein heute 79 Jahre alter Tscheche in der kommunistischen Tschechoslowakei auf einem mittelböhmischen Bauernhof erfolgreich vor der Polizei versteckt. Vaclav Jakes, der dem Prager Nachrichtenmagazin "Respekt" jetzt erstmals Einzelheiten erzählte, war 1951 von Behörden vorgeworfen worden, er habe sich an einem Versuch der illegalen Ausreise seines Bruders beteiligt. Während er sich im Wald versteckte, wurde er in einem konstruierten Prozess in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Vor Verzweiflung habe er Zuflucht bei Bauern in dem Dorf Zadni Chlum bei Rakovnik gesucht, die ihn als wildfremden Mann rund 15 Jahre lang versteckt hätten, sagte Jakes. Erst 1966 habe er sich den CSSR-Behörden gestellt und sei frei gesprochen worden. 1994 wurde er rehabilitiert. Er habe erst jetzt, nach dem Tod seiner damaligen Wohltäter, Einzelheiten erzählen wollen, sagte Jakes: "Ich wollte nicht, dass sie Nachteile davon haben. Wer weiß, ob die Kommunisten nicht einmal zurückkommen". (APA/dpa)

Share if you care.