(OHNE TITEL)

8. August 2003, 20:56
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Hab mich lieb: Doch das ist nur eine der Assoziationen, die die großen Augen auf schwarzem Grund hervorrufen. Es geht dem amerikanischen Künstler Fred Wilson vor allem um das Klischee des Mohren - insbesondere in Comics, Cartoons und Filmen -, das er hier reproduziert: mithilfe eines eigens von ihm entwickelten pechschwarzen Murano-Glases, also unter Ausnutzung sozusagen der Materialien vor Ort. In Venedig nämlich, für den US-Pavillon, hat Wilson die lokale Geschichte der afrikanischen Minderheit und ihre Darstellung in der Lagunenstadt erforscht und in sein Projekt eingebaut: mit Reproduktionen lokaler Kunstwerke, gegenläufigem Abspielen von "Othello"-Filmversionen, Aufstellen serviler Statuetten. Oder mit seiner Arbeit "Drip Drop Plop" (2001), von der hier ein Ausschnitt zu sehen ist - ein weiterer ist darin gespiegelt: wie Spermien und Eizelle, oder wie Regen und Warten in der Wüste, auf einen erlösenden Moment, den ein anderer bringen soll; also vergeblich. (Foto: Freund) mf []

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