Bernardo Bellotto alias Canaletto

11. August 2003, 12:00
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Durch einen heruntergekommenen Bahnhof in Wien-Mitte zu neuer Bekanntheit gekommen

Wien - Bernardo Bellotto alias Canaletto ist durch einen heruntergekommenen Bahnhof in Wien-Mitte zu neuer Bekanntheit gekommen.

Der 1720 geborene venezianische Barockmaler hat der Stadt ein Gemälde hinterlassen: die berühmte Vedute vom Belvedere, besser bekannt als "Canaletto-Blick". Er hat darin vom Belvedere aus eine bestimmte Sichtachse Richtung historisches Stadtzentrum festgehalten. Entstanden ist das detailgetreue Gemälde um 1760.

"Canaletto-Blick"

Gegner des Wien-Mitte-Projekts, bei dem vier Türme nahe des Welterbes in der Inneren Stadt errichtet worden wären, haben mit dem "Canaletto-Blick" gegen das Projekt argumentiert: Die neuen Türme würden die alte Sichtachse zerstören. Da das Projekt nach vielen Protesten zurückgezogen wurde, kann das Gemälde Canalettos im Kunsthistorischen Museum nun wieder ohne besondere Emotion betrachtet werden.

Malerei aus Venedig

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Venedig die "Vedutenmalerei". Sie ist eine besondere Form der Landschaftsmalerei, die sich um topografisch genaue Stadtansichten bemühte. Bellotto, der sich nach seinem Lehrer Antonio Canal "Canaletto" nannte, arbeitete an den Fürstenhöfen in Dresden, Wien, München und Warschau, womit er die venezianische Vedutenmalerei verbreitete.

Der Belvedere-Blick ist nicht der einzige Canaletto, an dem sich - siehe Wien-Mitte - die heutige Wirklichkeit orientieren will: Auch die Restauratoren des Marchfelder Barockschlosses Schloss Hof verwenden als Hauptvorlage ein Bild des Malers. (aw, rott, DER STANDARD Printausgabe 9/10.8.2003)

  • Historische Ansicht von Schloss Hof in Niederösterreich - Gemälde von Bernardo Bellotto
    foto: standard

    Historische Ansicht von Schloss Hof in Niederösterreich - Gemälde von Bernardo Bellotto

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