Türkei und Nordzypern vereinbaren Zollunion

9. August 2003, 15:38
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Kritik aus Athen: "Unterzeichnung wird Kurs der Türkei zur EU negativ belasten"

Athen - Die griechische Regierung hat am Samstag die von der Türkei und der völkerrechtlich nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) unterzeichnete Zollunion verurteilt. "Die Unterzeichnung dieses Rahmenabkommens ist eine schwere Verletzung des internationalen Rechts", sagte der Sprecher des griechischen Außenministeriums, Panagiotis Beglitis, in Athen. "Diese Unterzeichnung wird den Kurs der Türkei zur EU negativ belasten", fügte Beglitis hinzu.

Das Rahmenabkommen war am Vorabend in der nordzypriotischen Stadt Girne (Kyrenia) unterzeichnet worden, wie türkische Medien berichteten. Mit dem Abkommen werde die Wirtschaft Nordzyperns in das internationale Wirtschaftssystem integriert, sagte der stellvertretende türkische Ministerpräsident Abdüllatif Sener.

Die Mittelmeerinsel Zypern ist seit 1974 in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden geteilt. Alle Bemühungen um eine Wiedervereinigung sind bisher gescheitert. Zypern soll im nächsten Jahr Mitglied der Europäischen Union werden. Bei einem Fortbestehen der Teilung würde der Norden der Insel davon zunächst ausgenommen. (APA/dpa)

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