Wiener Börse im Sommerloch

10. August 2003, 19:37
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In der abgelaufenen Woche gab es trotz Ergebnissen kaum Bewegung - Andritz von Analysten-Lob und Halbjahreszahlen beflügelt

Wien - Kaum Kursausschläge bei lustlosem Handel prägten das dünne Geschehen an der Wiener Börse in der abgelaufenen Woche. Trotz einer bewegten Börsenwoche an den internationalen Aktienmärkten pendelte der ATX in einer sehr engen Bandbreite. Auch die Veröffentlichung einiger Quartalsergebnisse konnten den Handel nicht merklich beleben. "Der Markt befindet sich eindeutig im Sommerloch", stellte ein Händler fest. Der ATX schloss am Freitag mit 1.320,06 Punkten beinahe unmerklich unter dem Stand der Vorwoche (1.320,28).

Als Gewinner der Woche im ATX entpuppte sich Andritz: Bereits zu Wochenbeginn hatten heimische Analysten Lobeshymnen auf den Grazer Maschinenbauer angestimmt und den Titel mit Kaufempfehlungen überhäuft. Das Unternehmen konnte das am Donnerstag veröffentlichte Betriebsergebnis im ersten Halbjahr entgegen den Erwartungen der Analysten sogar leicht verbessern. Die Aktien gewannen darauf im Wochenvergleich 5,7 Prozent auf 25,85 Euro.

Ebenfall im Aufwind befanden sich OMV, die 2,3 Prozent auf 103,90 Euro zulegen konnten. Am Freitag hatte der Ölkonzern bekannt gegeben, sich nicht an der Privatisierung der serbischen Beopetrol zu beteiligen. Ohne fundamentale Neuigkeiten stiegen Verbund um 1,1 Prozent auf 80,97 Euro.

Die deutlichsten Einbußen in dieser Woche mussten RHI verzeichnen, obwohl der Feuerfestkonzern im ersten Halbjahr bei rückläufigen Konzernumsatz das Betriebsergebnis deutlicher als von den Analysten erwartet gesteigert hat. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Betriebs- und Periodengewinn zumindest auf Vorjahresniveau. Weiters gab RHI bekannt, den US-Energiekonzern Halliburton auf Zahlung von 55 Mio. Dollar klagen zu wollen. Die Aktie sank im Wochenvergleich um 8,7 Prozent auf 11,20 Euro.

Voestalpine verloren 4,2 Prozent auf 34,50 Euro. Am Freitag wurde der wegen des Verdachts auf Aktien-Insiderhandel unter Druck geratene Konzernchef Franz Struzl in einer ao. Aufsichtsratssitzung das ertrauen ausgesprochen. Bank Austria sanken im Wochenverlauf auf ein neues Allzeittief und schlossen mit minus 1,1 Prozent bei 28,20 Euro.

Ebenfalls auf der Verliererseite fanden sich AUA, nachdem die Fluglinie im ersten Halbjahr Verluste verzeichnete und für das Gesamtjahr nur noch ein "ausgeglichenes bis leicht positives" Betriebsergebnis erwartet. "Das ist eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr", meinte ein Händler. Die Aktien sanken um 3,7 Prozent auf 6,83 Euro.

In der zweiten Reihe überzeugten Rosenbauer (plus 6,9 Prozent auf 36,50 Euro), Agrana (plus 4,9 Prozent auf 50,70 Euro) und BETandWIN.com (plus 4,6 auf 9,70 Euro) mit Kursgewinnen. Deutlich tiefer notierten hingegen Head (minus 5,9 auf 1,92 Euro) und S&T (minus 4,8 auf 7,49 Euro).(APA)

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