Hohe Strompreise bringen arme Deutsche in Bedrängnis

31. Dezember 2013, 12:57
182 Postings

Energiekosten übersteigen staatliche Unterstützung - Preise steigen weiter

München - Die steigenden Strompreise bringen einkommensschwache Haushalte in Deutschland in finanzielle Schwierigkeiten: Da die Preise stark angestiegen sind, liegen die monatlichen Kosten im kommenden Jahr um ein Fünftel höher als die staatliche Elektritäts-Unterstützung armer Menschen.

Drei Prozent höher

Das meldete die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag unter Berufung auf eine Untersuchung des Energie-Vergleichsportals Verivox für das Blatt. Etwa ein Drittel der 1100 Versorger haben demnach angekündigt, die Preise im neuen Jahr um durchschnittlich drei Prozent zu erhöhen.

Im neuen Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger in Höhe von 391 Euro im Monat sind 32,69 Euro für Strom sowie das Instandhalten der Wohnung vorgesehen. Das reiche jedoch nicht aus, schreibt die "SZ" mit Verweis auf die Berechnungen von Verivox: So zahlt ein Single-Haushalt mit 1500 kWh Jahresverbrauch von Jänner 2014 an durchschnittlich 473 Euro im Jahr, monatlich also 39,42 Euro und damit mehr als der Staat für Hilfsbedürftige im Bereich Strom zahlt. Dabei seien Kosten für Reparaturen in der Wohnung noch nicht berücksichtigt.

"Echtes Armutsrisiko"

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, sagte dem Blatt: "Strom- und Heizkosten sind ein echtes Armutsrisiko geworden." Er beziffert die Unterdeckung bei den Stromkosten von Hartz-IV-Empfängern auf jährlich 90 bis 280 Euro, je nach Haushalt.

Die Strompreise haben sich dem Bericht zufolge im Bundesdurchschnitt seit 2005 um 44 Prozent erhöht. Ein Grund für die jüngsten Erhöhungen ist die EEG-Umlage, mit der die Verbraucher die Ökowende finanzieren. Sie stieg zuletzt von 5,3 auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Die Große Koalition will das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in der ersten Jahreshälfte 2014 reformieren. (APA, 31.12.2013)

Share if you care.