NSA kann iPhones mit einer Hintertür versehen

31. Dezember 2013, 09:20
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Auf dem Hackerkongress 30C3 wurden weitere Informationen über die Abhörfähigkeiten der NSA bekannt

Auf dem Chaos Communication Congress (30C3) in Hamburg wurden weitere Informationen über die Angriffs- und Abhörfähigkeiten der NSA bekannt. In einem Vortrag auf dem Hacker Kongress enthüllte der Internetaktivist und Journalist Jacob Appelbaum, dass der US-Geheimdienst Computer von Zielpersonen präzise und unauffällig mit Ausspäh-Software infizieren kann.

"Schlimmer als Ihre schlimmsten Albträume"

Vor dem Vortrag veröffentlichte der "Der Spiegel" auf seiner Homepage weitere Dokumente aus dem Fundus von Edward Snowden - der WebStandard berichtete. Die Fähigkeiten seien "schlimmer als Ihre schlimmsten Albträume", sagte Jacob Appelbaum, der für den "Spiegel" die Dokumente mit auswertete. Für ihre Angriffe habe die NSA gezielt Schwachstellen gelegt oder offengelassen, die viele Internetnutzer gefährden könnten. "Sie kennen Schwachstellen und halten sie geheim."

iPhones können zu 100 Prozent gehackt werden

In seinem Vortrag enthüllte Appelbaum, dass die NSA in der Lage ist, Rechner aus kilometerweiten Entfernungen via Wlan zu hacken und über ein Programm verfügt, mit dem iPhones geknackt und von extern vollständig kontrolliert werden können. Damit ist es dem Geheimdiest möglich, auf E-Mails, SMS, Fotos oder Voice-Mails zuzugreifen.

In Dokumenten rühmt sich die NSA, dass man jedes iPhone knacken kann. Diese Unterlagen aus dem Jahr 2008 und es ist nicht klar, ob der Geheimdient auch aktuelle iPhones unter seine Kontrolle bringen kann. Allerdings gelingt es der Jailbreak-Community seit Jahren iPhone- Sicherheitsfeatures auszuhebeln.

Video: 30c3: To Protect And Infect, Part 2

Katalog für Ausspäh-Technik

Zusätzlich gab es weitere Informationen zu Möglichkeiten der NSA, verschiedene technische Geräte anzuzapfen. Der "Spiegel" veröffentlichte online Auszüge aus einem internen Katalog für Ausspäh-Technik. Dort gibt es zum Beispiel für 30 Dollar (21,72 Euro) ein präpariertes Monitor-Kabel, mit dem man per Radar auf Entfernung den Inhalt des Bildschirms auslesen kann. Eine GSM-Basisstation, die sich als Mobilfunk-Mast ausgibt und zur Überwachung von Handys eingesetzt werden kann, werde mit 40.000 Dollar (rund 29.000 Euro) veranschlagt.

NSA-Firmware für Festplatten

Auch besitzt die NSA ein Programm, das sich in die Firmware von Festplatten von Herstellern wie Samsung oder Seagate einnistet und gängige Filesysteme unterstützt.

Bei der Suche nach Angriffspunkten durchleuchtet die NSA offenbar gezielt Produkte von US-Unternehmen. In den Unterlagen werden Microsoft, Dell und Cisco bei Hardware genannt, dazu die Internetdienste Yahoo, LinkedIn und Facebook.

"Wir wissen, dass sie benutzt wurde"

Trotz des umfangreichen Katalogs bleibt offen, wie häufig und wann die Technik zum Einsatz kommt. "Wir wissen, dass sie benutzt wurde", wenn die NSA gezielt eine Zielperson ausspähen wolle, sagte Appelbaum. Aber man habe sich entschieden, Namen von Opfern nicht zu veröffentlichen. (sum/APA, 31.12.2013)

  • Der Internetaktivist und Journalist Jacob Appelbaum auf dem 30C3
    screenshot: webstandard

    Der Internetaktivist und Journalist Jacob Appelbaum auf dem 30C3

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