Pflegebedürftige brauchen im Schnitt 25 Monate Hilfe

30. Dezember 2013, 17:59
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Ab 2014 ein bis drei Monate Pflegekarenz oder -teilzeit

Wien - Die Angehörigen Pflegebedürftiger können ab 1. Jänner 2014 in Pflegekarenz oder -teilzeit gehen. Dieser Anspruch besteht ab Pflegestufe drei - für die Dauer von einem bis drei Monaten. Das Sozialministerium hält dazu ausdrücklich fest, dass dies dem Arbeitnehmer für eine gewisse Zeit ermöglichen soll, die Betreuung eines Pflegebedürftigen zu organisieren oder kurzfristig eine Betreuungsperson zu entlasten.

Eine langfristige Lösung stellt Pflegekarenz oder -teilzeit also nicht dar. Dafür nicht wegzudenken sind die 24-Stunden-Betreuerinnen (die meisten sind Frauen). Diese sind laut Daten des Österreichischen Hilfswerks deutlich länger als ein Vierteljahr im Einsatz: Im Schnitt sind es 25 Monate. Lediglich fünf Prozent der 24-Stunden-Betreuerinnen arbeiten nur ein bis drei Monate bei jemandem, nur drei Prozent noch kürzer.

Den größten Anteil der 24-Stunden-Betreuerinnen in Österreich machen Slowakinnen aus, gefolgt von Frauen aus Rumänien, deutlich weniger Betreuerinnen stammen aus Ungarn, Polen oder Bulgarien. Sie arbeiten, bis auf wenige Einzelfälle, auf Selbstständigenbasis. Von den rund 58.000 Gewerbescheinen, von denen derzeit 44.200 aktiv sind, sind nur 1300 von Österreichern angemeldet. Zahlreiche Betreuerinnen kommen über eine Vermittlungsagentur nach Österreich, das Hilfswerk rekrutiert beispielsweise in Bulgarien und der Slowakei 24-Stunden-Betreuerinnen.

In der Koalitionsvereinbarung findet sich der relativ vage Vorsatz, die 24-Stunden-Betreuung weiterzuentwickeln - "im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Verwaltungsökonomie und Vermittlungsagenturen". Konkret sollen ab 2015 klarere Qualitätskriterien für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung festgelegt werden. (Gudrun Springer, DER STANDARD, 31.12.2013)

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