Bundestheater: Publikumsdienst wieder in Eigenregie

30. Dezember 2013, 17:48
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Prüfung läuft - Chef Georg Springer: "Wenn die Bedingungen gleichwertig sind, dann werden wir es insourcen"

Wien - Die Bundestheater prüfen, ob der Publikumsdienst wieder von den einzelnen Häusern selbst übernommen werden kann. "Wir überlegen, ob wir das Ganze wieder insourcen", kündigte Bundestheater-Chef Georg Springer überraschend im APA-Gespräch an. Voraussetzung sei allerdings, dass man sich mit der Arbeitnehmerseite auf einen eigenen Kollektivvertrag für den Publikumsdienst einige.

Derzeit werde das Terrain sondiert, ob dazu auf Arbeitnehmerseite Interesse besteht, zumal sich der neue Kollektivvertrag nicht wie früher an dem der Bühnentechniker orientieren könne, so Springer: "Der Vertrag will wohl verhandelt sein. Wenn uns das gelingt, ist es eine reine Rechenfrage, ob wir wieder insourcen." Bei gleichen Bedingungen werde man den Publikumsdienst in Eigenregie betreiben und vorhandenes Personal "mit Handkuss aufnehmen". Parallel prüft man aber auch eine Neuausschreibung des Publikumsdienstes.

Diskussion um Auslagerung an G4S

Bei den Burgtheater-Jubiläumsfeierlichkeiten im Oktober hatte Billeteur Christian Diaz mit einer aktionistischen Rede die Diskussion um die Auslagerung des Publikumsdienstes an den privaten Sicherheitskonzern G4S losgetreten. Mit dieser Aktion habe die jetzige Entscheidung allerdings nichts zu tun, unterstrich Springer.

Vielmehr habe die erfolgte Evaluierung der Bundestheater nahegelegt, zentral organisierbare Dienste auch zentral zu organisieren: "Und da ist der Publikumsdienst ein Paradefall." Überdies werde der Rechnungshof in einem künftigen Rohbericht vermutlich die Anregung aussprechen, die Vergabe von Druckaufträgen und des Publikumsdienstes in kürzeren Abständen als bisher regelmäßig auszuschreiben.

Das Einzige, das man dem protestierenden Billeteur verdanke, sei, dass man nun die Verhandlungen über einen Kollektivvertrag zeitlich prioritär betreibe. "Meine Dankbarkeit hält sich trotzdem in engen Grenzen", unterstrich Springer. Eine Ausschreibung oder Einigung müsse jedenfalls in der zweiten Jahreshälfte 2014 erfolgen, da man als Startzeitpunkt für die Neuregelung den 1. September 2015 anpeile. (APA, 30.12.2013)

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