Nur jeder Zwanzigste mit dem Jahr 2013 total unzufrieden

30. Dezember 2013, 17:28
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Das zu Ende gehende Jahr war für die meisten Parteien nicht besonders gut - aber im persönlichen Bereich lief es für die meisten Österreicher gut. Nur 22 Prozent sagen, dass sie weniger zufrieden sind, gar nur fünf Prozent sind überhaupt nicht zufrieden.

Linz - Wie würden Sie das fast abgelaufene Jahr 2013 im Rückblick beurteilen? Diese Frage ließ der STANDARD durch das Linzer Market-Institut 405 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten stellen. 13 Prozent der Befragten äußerten sich sehr zufrieden - Frauen etwas mehr als Männer. Weitere 61 Prozent sagen, sie seien zufrieden. Als "weniger zufrieden" bezeichnen sich 22 Prozent, und nur fünf Prozent sind nach eigenem Bekunden "überhaupt nicht zufrieden" mit dem abgelaufenen Jahr.

"Wenn nur jeder Zwanzigste unzufrieden ist, dann klingt das aufs Erste beruhigend. Interessant ist aber, wer sich als unzufrieden bekennt - das sind nämlich in sehr hohem Maß die Menschen mit niedriger Bildung und einer Neigung, FPÖ zu wählen. Wähler von Grünen und SPÖ scheinen tendenziell zufriedener zu sein", sagt Market-Institutsleiter David Pfarrhofer.

Weiterhin EU-Skepsis

Bei der Umfrage wurde auch erhoben, für wen das Jahr gut gelaufen ist und für wen eher nicht. Das Ergebnis wird in der Grafik deutlich. Pfarrhofer: "Wir sehen eine Tendenz, dass das, was naheliegt, also das eigene Leben, das der Familie, auch das der Gemeinde oder des Heimatbundeslands besser bewertet wird als das, was irgendwo weiter weg passiert. Dass das Jahr beispielsweise für die EU sehr gut gelaufen wäre, glaubt nur jeder hundertste Befragte - obwohl sich die Eurokrise entspannt hat und man in den vergangenen Monaten eher positive Nachrichten gehört hat."

Allerdings zeigt der Vergleich mit derselben Fragestellung aus dem Vorjahr, dass nicht nur die Bewertung des familiären Umfelds als "sehr gut" leicht angestiegen ist, sondern dass auch die positiven Bewertungen der EU (auf insgesamt bescheidenem Niveau) zugenommen haben - und dass heute deutlich weniger Befragte als im Vorjahr meinen, dass es ein besonders schwieriges, hartes Jahr für die EU gewesen sei: Hier ist der Wert von 29 auf 17 Prozent gesunken.

Noch ein Vergleich: Sechs Prozent meinen, dass es ein sehr gutes Jahr für die Republik Österreich war, 25 Prozent sagen, dass es überwiegend gut war.

Als besonders schlecht wird der Verlauf des Jahres für das Team Stronach eingeschätzt - im Vorjahr hatte es noch Vorschusslorbeeren bekommen.

Im Mittelfeld: die katholische Kirche, die im aktuellen Jahr weniger mit Skandalthemen als mit dem neuen Papst in den Schlagzeilen war. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 31.12.2013)

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    grafik: standard
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