Karlsruher Komponist schreibt Rhapsodie auf NSA

30. Dezember 2013, 14:32
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Teile des Werks "derart brisant und verstörend", dass sie erst in 50 Jahren veröffentlicht werden dürfen

Nachdem der Karlsruher Komponist Thomas Bierling bereits das deutsche Grundgesetz vertont hat, stellt er nun ein weiters politisch inspiriertes Werk - inklusiver "geheimer Teile" - vor: In "Top Secret - The NSA-Rhapsody" verarbeitete er laut Aussendung musikalisch den Abhörskandal um den US-Geheimdienst NSA und "dessen Auswirkung auf das Verhalten des Einzelnen und das Zusammenleben der Völker".

Das "monumentale Werk für Sopran und Orchester" mit einem Text, der sich mehrsprachig pejorativ mit einschlägigen Geheimdienstbegriffen auseinandersetzt, spiegelt laut Bierling "die Monstrosität der im Geheimen operierenden Überwachungsapparate" wieder. Bei aller Kritik sollten aber die transatlantischen Verhältnisse nicht ultimativ infrage gestellt werden, wie er betont.

Nicht zumutbar

Einige Teile des Werks seien allerdings "derart brisant und verstörend geraten" seien, dass sie einem unvorbereiteten Publikum nicht zumutbar seien und daher erst in 50 Jahren veröffentlicht werden dürften. "Aber ich kann versichern, dass auch die geheimen Teile des Werkes auf der Basis humanistischer und demokratischer Werte entstanden sind", betont der Komponist.

Für die Uraufführung setzt Bierling auf "die der aufklärerischen Kulturtradition verpflichteten europäischen Klangkörper". Denn: "Die amerikanischen Orchester zeigen erwartungsgemäß noch nicht den Mut, dieses Thema in ihre Arbeit zu integrieren." Schon vorher können Interessierte die Partitur kostenlos auf www.thomas-bierling.de herunterladen. (APA, 30.12. 2013)

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