Strukturänderungen von Schnupfenviren entschlüsselt

30. Dezember 2013, 13:48
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Studienergebnisse sind auch für Viruserkrankungen wie Polio und Hepatitis A relevant

Wien/Barcelona/Madrid - Im Schnitt zwei bis drei Mal im Jahr leiden die Menschen unter einer Erkältung. Wie die Infektion mit dem dafür verantwortlichen Schnupfenvirus erfolgt, ist aber nur zum Teil bekannt. Wissenschafter der Max F. Perutz Laboratories, einer gemeinsamen Einrichtung von MedUni Wien und Universität Wien, lösten nun einen Teil des Rätsels in Zusammenarbeit mit zwei spanischen Arbeitsgruppen.

Bei den Schnupfenviren (Rhinoviren) handelt es sich um sehr kleine, nahezu kugelförmige Partikel. Ihre Erbinformation (RNA) ist dicht und eng gefaltet in eine Proteinhülle (Viruskapsid) gepackt. Wie die RNA darauf vorbereitet wird, richtig herauszukommen und dadurch die Grundlage für die Infektion schafft, konnten die Wiener Forscher gemeinsam mit zwei Arbeitsgruppen an den Universitäten in Barcelona und Madrid jetzt erstmals zeigen. Die dazu erschienene Studie wurde soeben in der internationalen wissenschaftlichen Top-Zeitschrift PNAS veröffentlicht.

Wesentliche Veränderungen

Die Wissenschafter erforschten nun die Strukturänderungen eines dieser Schnupfenviren, die während der Infektion der Wirtszelle erfolgen und zur Freisetzung der RNA und der Vervielfältigung des viralen Genoms führen. "Interessanterweise ändert sich die Konformation der RNA und deren Interaktion mit der Innenwand des Viruskapsids wesentlich", so Studienautor Dieter Blaas von den Max F. Perutz Laboratories. "Das ist offenbar notwendig, damit sich dieses lange, fadenförmige Molekül ohne Bildung von 'Knöpfen' entfalten und das Kapsid in geordneter Weise verlassen kann." Die gewonnenen Erkenntnisse seien auch für andere verbreitete Viruserkrankungen wie z.B. Polio oder Hepatitis A relevant und könnten neue Ansätze zur Bekämpfung bieten.

Zahlreiche weitere Fragen zur Infektion mit dem Schnupfenvirus sind jedoch nach wie vor ungeklärt. Unter der Leitung von Blaas untersuchen die Forscher an den Max F. Perutz Laboratories deshalb nun einen weiteren Schritt des Infektionsmechanismus. (APA, derstandard.at, 30.12.2013)

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