Ex-Offiziere in Montenegro von Kriegsverbrechen freigesprochen

30. Dezember 2013, 12:15
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Acht Männer standen wegen Massakers an kosovarischen Zivilisten 1999 vor Gericht

Belgrad - Acht Ex-Offiziere der Jugoslawischen Volksarmee sind am Montag von einem Gericht im montenegrinischen Bijelo Polje vom Vorwurf der Teilnahme an Kriegsverbrechen freigesprochen worden. Den Angeklagten war das Massaker an 15 flüchtenden kosovo-albanischen Zivilisten in der Ortschaft Kaludjerski Laz nahe der Grenze zum Kosovo im April 1999 angelastet worden.

Das Urteil wurde nach einem fünfjährigen Prozess verkündet. Der Anwalt von Opfern Velija Muric zeigte sich bereits im Voraus pessimistisch. Mit den Ermittlungen sei erst eineinhalb Jahre nach der Strafanzeige begonnen worden. Auch habe es weit mehr Opfer gegeben: Insgesamt seien 22 Kosovo-Albaner getötet, weitere sieben misshandelt worden.

Muric verwies Medien gegenüber auch darauf, dass in Montenegro bisher kein einziges rechtskräftiges Kriegsverbrecherurteil verkündet wurde. Der kleine Staat sei zwar nicht direkt in die Kriege der 1990er-Jahre auf dem Westbalkan verwickelt worden, Kriegsverbrechen habe es jedoch sehr wohl gegeben, so Muric. (APA, 30.12.2013)

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