Kaufkraft der Österreicher nimmt ab

30. Dezember 2013, 13:17
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Laut einer Umfrage hat jeder Dritte 2014 weniger Geld zur Verfügung als vor einem Jahr, die Sparlust sinkt weiter

Wien - 2013 war auch für die heimische Wirtschaft ein sehr schwieriges Jahr. Zwar war nicht wie im Euroraum insgesamt ein Rückfall in die Rezession zu verzeichnen, doch entwickelte sich das BIP mit real +0,3 Prozent am schwächsten seit der Krise 2008/09. Das geringe Wachstum war auch für die privaten Haushalte laut Wirtschaftsforschungsinstitut in mehrfacher Hinsicht spürbar. So stieg die Zahl der Arbeitslosen im Jahresverlauf um über 30.000, die Arbeitslosenquote erhöhte sich um fast einen Prozentpunkt. Die Nettolohnsumme stieg 2013 um 2,3 Prozent, allerdings dämpfte die Inflation von zwei Prozent die Kaufkraft der Einkommen beträchtlich.

Da dieser Anstieg zum Teil durch die Ausweitung der Beschäftigung (+0,6 Prozent) zustande kam, ergibt sich ein Rückgang der Nettoeinkommen real pro Kopf, so das Wifo in einer Aussendung. Nach ersten Wifo-Berechnungen dürften aber auch die Vermögenseinkommen deutlich gesunken sein. Angesichts der enttäuschenden Einkommensentwicklung und der erhöhten Arbeitsplatzunsicherheit waren die privaten Haushalte 2013 in ihren Konsumausgaben sehr zurückhaltend, so die Wirtschaftsforscher. Insbesondere die Anschaffungen von Pkws und anderen dauerhaften Konsumgütern (z.B. Möbeln) blieben weit unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt schrumpfte der reale Konsum 2013.

Umfrage bestätigt Trend

Dazu passt das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Generali Versicherung. Jeder Dritte hat demnach derzeit weniger Geld zur Verfügung als vor einem Jahr, daher wird wieder der Sparstift angesetzt, so das Ergebnis der Umfrage unter 1.000 Personen über 16 Jahre, die kurz vor Weihnachten durchgeführt wurde. Auf die hohe Kante gelegt wird weniger.

Der Konsum wird laut den Befragten aber nicht großflächig eingeschränkt: Trotz rückläufiger Kaufkraft haben die Österreicher für wesentliche Teile des täglichen Lebens für 2014 vor, mehr auszugeben: Siegerplätze bei den geplanten Mehrausgaben sind wieder "Urlaub" und "Wohlbefinden/Sport" - und das im Vergleich zum Vorjahr in umgekehrter Reihenfolge. An erster Stelle rangiert Urlaub (24 nach 22 Prozent im Jahr davor), gefolgt von 22 Prozent für Wohlbefinden/Wellness/Sport. Für ihre vier Wände haben 21 (20) Prozent der Befragten höhere Ausgaben geplant.

Platz vier belegen mit 18 (17) Prozent Aus- und Weiterbildung, und auf Rang fünf der Mehrausgaben-Skala liegen mit je 17 Prozent Gesundheit, Freizeit und Ernährung. Junge Menschen wollen mehr in Bildung investieren, immerhin 38 Prozent haben dafür höhere Ausgaben im Visier. Weniger ausgeben wollen sie für Alkohol, auch bei Autofahrten wollen die jungen Leute eher sparen.

Weniger sparen

Stichwort Sparen: 18 Prozent der Österreicher können bzw. wollen weniger Geld auf die Seite legen (2012: zehn Prozent). Damit zählt das klassische Sparverhalten aktuell zu den Verlierern in den Umfragen. Nicht verloren hat die Altersvorsorge: 57 Prozent der befragten Personen werden der Versicherungsstudie zufolge 2014 an diesen Investitionen unverändert festhalten, sechs Prozent planen, für die Altersvorsorge sogar mehr Geld lockerzumachen.

32 Prozent der befragten Österreicher und Österreicherinnen geben heuer zum Jahreswechsel an, derzeit insgesamt weniger Geld zur Verfügung zu haben als noch im Vorjahr (2012: 28 Prozent).

Nur 15 (Vorjahr: 22) Prozent schätzen ihr verfügbares Geld höher ein, heißt es in einer Mitteilung der Generali. Mit zunehmendem Alter schwinde der Anteil jener Menschen, die mehr Geld zur Verfügung haben, deutlich: So seien das 30 Prozent der unter 30-Jährigen, 24 Prozent der 30- bis 39-Jährigen, 15 Prozent der 40- bis 49-Jährigen, aber nur mehr acht Prozent der 50- bis 59-Jährigen und drei Prozent der über 60-Jährigen. Besonders stark ausgeprägt sei das Geldproblem bei den 50- bis 59-Jährigen sowie bei den über 60-Jährigen: In diesen Altersgruppen erklärten jeweils an die 38 Prozent der Befragten, heute weniger Geld verfügbar zu haben als noch im Vorjahr - bei der letzten Umfrage waren es je 31 Prozent gewesen. (APA/red, derStandard.at, 30.12.2013)

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    grafik: apa
  • Weniger fürs Sparschwein 2014.
    foto: apa/peter kneffel

    Weniger fürs Sparschwein 2014.

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